Blogventure – We blog our adventure
SONY DSC

Nun geht es endlich los; mein Jahr als Backpacker in Neuseeland!
Nachdem ich ungefähr seit zwei Jahren mit dem Gedanken spiele für 12 Monate “Work and Travel” in Neuseeland zu machen, ist endlich der Tag meiner Abreise gekommen……

Aber kurz zu den Vorbereitungen. Ich habe zu Beginn des Jahres mit den eigentlichen Vorbereitungen begonnen. Visa, Flug, Kreditkarte, Auslandskrankenversicherung, internationaler Führerschein, Hostel und so weiter….. jedoch alles auf eigene Faust ohne eine Agentur. Ich muss jedoch zugeben, dass man im Internet auf mehr als genug Hilfe anderer Backpacker stößt, daher war es nicht so “schlimm” wie der ein oder andere vermuten mag. Die Zeit der Vorarbeit war unglaublich spannend, da sie mich meinem eigentlichen Ziel, dem Reisebeginn, immer näher brachte. Zu dieser Zeit habe ich selbst immer wieder Blogs und Videos anderer Backpacker angeschaut, was mehr und mehr mein Fernweh steigerte.
Schließlich war es dann soweit und plötzlich hieß es “Nächste Woche fliege ich für ein Jahr nach Neuseeland”. Es fiel mir ziemlich schwer das wirklich zu realisieren und um ehrlich zu sein, habe ich das bis heute immer noch nicht. Der Gedanke aus dem Alltag gerissen zu werden gefiel mir zwar eigentlich sehr gut, jedoch hatte ich ja keine Ahnung wohin es mich treiben würde. Vielleicht war das der Hauptgrund, warum mir die Vorstellung so schwer viel?

 

Dann kam der 15.07. …
11:00; Ich packe alle meine Sachen und steige ins Auto. Meine Eltern fahren mich zum Flughafen, nachdem ich mich zum letzten Mal von meinem sehr guten Freund Alexander verabschiedet habe. Auf der Fahrt verabschiede ich mich noch von vielen Freunden, die ich leider nicht mehr persönlich treffen konnte, weil die Zeit wirklich zu knapp war. 12:30; Als wir am Flughafen ankommen beginnt doch die Aufregung zu steigen. Mich wundert es sowieso, dass die Aufregung erst jetzt beginnt, da ich die letzten Wochen dem Abflug durchaus entspannt entgegengeschaut habe.

DCIM100GOPROGOPR0052.

Ein letztes Familienfoto

13:00; Nachdem ich mein Gepäck aufgegeben habe, gönne ich mir zum letzten Mal einen Kaffee, ein Getränk, welches sich in nächster Zeit als ziemlich rar herausstellen wird. Wir kommen der Passkontrolle entgegen und ich weiß, dass ich mich gleich von meinen Eltern verabschieden muss, und das für ein Jahr! Zum Abschied schieße ich noch ein letztes Selfie, ein paar letzte Wort, eine letzte Umarmung. Danke für Alles!
Bei der Passkontrolle läuft alles glatt. Ich sitze vorm Gate und warte auf das Boarding, meine Aufregung schwindet. Heute fliege ich zum ersten Mal mit einem A380 und dementsprechend viele Menschen warten mit mir zusammen. Manchen kann man wirklich ansehen, dass sie das Gleiche vorhaben wie ich…..
15:20; Es geht los! Mein Plan für die fast 30-stündige (reine) Flugzeit (!) heißt “viel schlafen”. Allerdings scheint mir das bei der aktuellen Uhrzeit und nach dem großen Kaffee keine umsetzbare Idee. Daher stöbere ich in der Videothek des Flugzeugs nach guten Filmen.

An dieser Stelle ein paar Worte zur Fluggesellschaft: Geflogen bin ich mit Emirates, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde, denn:

  • es gab eine riesige Auswahl an Musik, Filmen, Serien und Spielen zur Unterhaltung
  • kostenloses WLAN
  • genug Beinfreiheit (was ich bei Qantas leider nicht erfahren durfte)
  • wirklich gutes Essen
  • und Stewardessen, die noch attraktiver waren, als sie mir versprochen wurden! 😉

 

Naja, nachdem ich jedenfalls “Der Hobbit Teil 3” 20150715_203253und “Die Tribute von Panem 3 Teil 1” geschaut habe, bin ich auch schon fast in Dubai angekommen. Ich steige aus dem Flugzeug aus und darf zum ersten Mal den wirklich beeindruckenden Flughafen des Wüstenstaates bestaunen. Neben gläsernen Fahrstühlen und einer ca. 15 Meter hohen Wand, die als Wasserfall dient, finde ich die allgemeine Hallenkonstruktion beeindruckend. Besonders froh bin ich jedoch, dass die Klimaanlage funktioniert und den Flughafen auf gefühlte 22° kühlt. Draußen sind zum dem Zeitpunkt noch 37° (Ortszeit: 23:30!). Nach dem ich was gegessen habe, mache ich mich auf den Weg zum nächsten Boarding.
Nachdem ich vielleicht von Emirates etwas verwöhnt wurde, steige ich bei Qantas (ebenfalls in eine A380) ein und wundere mich erstmal, dass ich hier viel weniger Beinfreiheit habe, als bei Emirates. Tatsächlich berühre ich mit meinen Knien die ganze Zeit den Sitz vor mir. Der Gedanke, dass ich so 15 Stunden ausharren soll, bringt mich jetzt schon um. Glücklicher Weise verliere ich auf diesem Flug mein komplettes Zeitgefühl. Das liegt vor allem daran, dass während des Fluges alle Fenster verdunkelt werden, so dass es den ganzen Flug über dunkel ist im Flugzeug. Ich versuche zu schlafen, jedoch fällt das schwer, da es einfach viel zu eng ist und ich irgendwann auch noch anfange zu frieren. Als ich in Melbourne ankomme, ist fast ein ganzer Tag vergangen. Es ist dunkel draußen (Ortszeit: ~23:00).
Im Flughafengebäude fange ich an Runden zu gehen. Ich habe einfach den Drang mich zu bewegen, da ich Rückenschmerzen habe und vom Sitzen die Schnauze voll hab! Ein Flug noch, dann ist es geschafft. Nach Auckland fliege ich mit einer kleineren Maschine weiter, jedoch ebenfalls von Qantas, was meinen Wunsch nach Beinfreiheit durchkreuzt. Ich unterhalte mich mit einer Studentin aus Remagen. Kaum zu glauben, aber wahr: Ich fliege ans andere Ende der Welt und treffe jemanden, der keine 5 km weit weg wohnt! Die Welt ist ein Dorf! Ansonsten ist der Flug relativ ruhig und ich lande freitags um 05:20 in Auckland, Neuseeland.

DCIM100GOPROGOPR0116.

DCIM100GOPROGOPR0117.

DCIM100GOPROGOPR0114.

 

SONY DSC

Auckland Yachthafen

Bei der Einreise steigt dann doch nochmal der Puls. Ich hätte nämlich kein Ahnung was ich machen soll, falls etwas mit den Papieren nicht stimmt. Nachdem jemand von der Grenzpolizei meine Stiefel geputzt hat (kein Witz), darf ich dann doch einreisen. Das Putzen war nötig, damit ich keine Pollen oder Samen von fremden Pflanzen mit ins Land schleppe. Ich bin jedenfalls erstmal erleichtert, dass der “offizielle” Teil geklappt hat.
Ich mache mich mit dem Bus auf den Weg zum Hostel. Es ist 06:30 und zum ersten mal seit Deutschland sehe ich die Sonne, um genau zu sein, wie sie aufgeht.
Der Vorteil des heutigen Tages ist, dass ich den ganzen Tag Zeit habe. Der Nachteil ist, ich kann erst um 14:00 Uhr einchecken. Mh. Ich gehe trotzdem zum Hostel und kann glücklicher Weise meinen Hauptrucksack dort verstauen. Nichts desto trotz muss ich irgendwie einige Stunden totschlagen.

 

SONY DSC

DCIM100GOPROGOPR0131.

Auckland Innenstadt

Also schnappe ich mir meine Kamera und laufe die Hauptstraße runter Richtung Hafen. Ich mache ein paar erste Aufnahmen und verschaffe mir einen Überblick über das Stadtzentrum. Auckland ist mit 1,5 Million Einwohnern die größte Stadt des Landes, jedoch ist es im Zentrum nicht so hektisch, wie ich es sonst von Großstädten gewohnt bin. Die Menschen hier scheinen wirklich gelassener zu sein.

Da ich immer noch einige Stunden zu überbrücken habe und nicht ganz unproduktiv bleiben möchte heute, gehe ich noch zur Bank, um ein Konto zu eröffnen und anschließend meine IRD-Number (Steuernummer) bei der Post zu beantragen. Ja, in Neuseeland beantragt man seine Steuernummer bei der Post.
Nachdem ich nun schon seit Stunden durch die Stadt laufe, entdecke ich endlich einen halbwegs gebrauchbaren Supermarkt. Als ich mir die Preise anschaue, falle ich fast vom Glauben ab….

1 kg Tomaten 9$ (=5,40€)
1 Packung Spaghetti 3$ (=1,80€)
1 Paprika (einzeln) 4$ (=2,40€)
1 Kasten Bier im Sonderangebot 42$ (=25,20€)
Langsam wird mir klar, dass ich mich in der nächsten Zeit nicht besonders ausgewogen ernähren werde.

Auf meinem Zimmer treffe ich den Koreaner Steve, den Tschechen Paval und den Chilenen Ricardo. Alle drei erzählen mir, was sie so machen und was sie hertreibt. Jeder von ihnen ist mir sofort sympathisch.

Mein Bettnachbar Ricardo aus Chile

Mein Bettnachbar Ricardo aus Chile

In Neuseeland ist gerade Winter und auch wenn er hier relativ mild ausfällt (10°), so spürt mein Körper ihn dennoch. Der Inhalt der nächsten Tage besteht hauptsächlich aus Schlafen und Essen. Um jedoch nicht auf dem Zimmer zu versauern, kommen Ricardo und ich auf die Idee nach Waitamo zu fahren und uns die verschiedenen Höhlen anzuschauen. Als wir am späten Freitagabend an Rezeption gehen werden wir darauf verwiesen, am nächsten Morgen nochmal vorbei zu kommen. Also stehen wir sehr früh auf, um mitgeteilt zu bekommen, dass das heute (samstags) keinen mehr gibt…. gut, wir sind es auch selber Schuld. Nachdem wir verschieden Angebote abgewogen haben, entschließen wir uns für die Tour nach Waitomo zum Glowworm-Cave, inklusive Lunch mit anschließender Besichtigung des Filmsets von Herr der Ringe (=das Auenland)! Natürlich freue ich mich wie Bolle, direkt am dritten Tag meines Aufenthaltes in Neuseeland so ein Highlight zu sehen!

Und wie der Ausflug war, könnt ihr im nächsten Beitrag nachlesen…

About author View all posts Author website

Author Image

Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.