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Waitomo Caves

Sonntagmorgen 6:30
Ricardo und ich stehen beide ziemlich verschlafen auf, um an der heutigen Tagestour teilzunehmen. Der Jetlag steckt mir noch in den Knochen, trotzdem freue ich mich sehr auf die Tour. Ich schaue aus dem Fenster, es regnet. „Na toll.“ denke ich mir, „Warum haben wir uns nicht mal nach dem Wetter erkundigt, bevor wir einen Ausflug im Freien buchen?“ Ich schiebe es einfach auf die Müdigkeit der letzten Tage und mache mir erstmal keine Gedanken darum, bringt ja sowieso nichts. Natürlich bin ich wie immer zu spät dran und das Frühstück schlinge ich hastig runter. Anschließend laufen Ricardo und ich im strömenden Regen Richtung Busbahnhof, um dann auf den letzten Drücker und als letzte Gäste in den Bus zu steigen. Der ermahnende Blick des Busfahrers wird zur Kenntnis genommen, Ricardo kontert mit seinem typischen Latino-Lächeln.

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Eine normale Wiese hier – ohne Filter!

7:30 Abfahrt
Mit Einlegen des Ganges setzt der Busfahrer zu seiner zweieinhalbstündigen Rede an, die er auch ohne Punkt und Komma durchziehen wird. Seine Stimme ist so monoton, dass Ricardo sofort wieder einschläft. Ich hole die Kamera raus und schieße ein paar erste Bilder für den Blog. Glücklicher Weise bessert sich das Wetter zusehends, was meine Hoffnung weckt trocken durchs Auenland laufen zu können. Beim Betrachten der wirklich schönen Landschaft fällt mir auf, dass das Gras hier in Neuseeland WIRKLICH grüner ist!

10:00 Ankunft Waitomo Caves
Die zweieinhalb Stunden waren doch kurzweiliger als gedacht und ich muss zugeben, dass der Fahrer doch auch nützliche Informationen vo20150719_110230n sich gegeben hat. Ricardo und ich steigen aus und schießen weitere Fotos von der Umgebung und dem Hauptgebäude der Anlage. Plötzlich rennen alle durcheinander und ich habe keine Ahnung mehr, wer eigentlich zu meiner Gruppe gehört und wer nicht. Nachdem wir unsere Gruppe wiedergefunden haben, stellen wir uns vor den Eingang der Höhle und unsere Gruppenleiterin, die mich an Miss Doubtfire erinnert, erklärt uns natürlich erstmal die Sicherheitsregeln.
Leider durften wir während der ganzen Zeit keine Videos oder Bilder machen… Daher habe ich nur ein Bild von einem Plakat vor dem Eingang gemacht. Wenigstens sieht dieses Plakat genauso aus, wie auch das eigentliche Innenleben der Höhle.
Nachdem wir jedenfalls ein paar hundert Meter durch den trockenen, hellen Teil des Tunnelsystems gelaufen sind, kommen wir nun zum für mich spannenden Teil…. Die erste große Höhle würde ich so beschreiben…
Wir gehen im geduckten Gang einen Steg entlang, der uns in eine geflutete Höhle führt. Es ist stockfinster. Sobald man sich hinkniet kann man die ganze Decke betrachten. Unterhalb der Decke hängen tausende Glühwürmchen. Es sieht phänomenal aus! Doch das Beste ist, dass durch das Wasser am Boden die Glühwürmchen reflektiert werden. Was entsteht, erinnert wirklich an einen Teppich aus kleinen Lichtern. Alle sind begeistert!
Nach kurzem Verweilen ziehen wir weiter. Unsere Gruppenleiterin führt uns zu einem Boot, in das wir alle einsteigen. Wir legen ab und fahren in ein pechschwarzes Nichts. Wir biegen um die Ecke und es bietet sich uns ein grandioses Bild. Ein Gewölbe, an dessen Decke und Wänden überall (wirklich überall) kleine Lichter aufleuchten. 20150719_110701Es erinnert mich an die Tätowierungen der Maori (Ureinwohner) oder an eine klare Sternennacht. Niemand im Boot sagt auch nur ein Wort, alle genießen den Moment.
Leider hat es die Tage zuvor zu viel geregnet und der Wasserspiegel ist so sehr angestiegen, dass wir nicht weiterfahren können. Schade, aber da kann man nichts machen. Also verharren wir noch etwas und genießen den Anblick. Wir verlassen die Höhle auf dem gleichen Weg, den wir reingekommen sind.
Ricardo und ich sind begeistert von Waitomo und ich würde es auch jedem empfehlen hier vorbei zu schauen. Nach der Besichtigung werden wir natürlich zu einem Souvenirshop geführt, den wir auf dem schnellsten Weg auch wieder verlassen. Wir machen lieber Fotos von der Umgebung. Ich denke, dass ich nach meiner Tour in den Norden Neuseelands wieder herkommen werde, um das Wildwasserrafting zu machen!

 

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Hobbiton

Anschließend steigen wir wieder in den Bus, bekommen unser Mittagessen und fahren los in Richtung Matamata. Während der Fahrt wird uns mitgeteilt, dass wir doch nicht direkt nach Matamata fahren, so heißt der Ort, in dem das Auenland/Hobbiton eigentlich ist, sondern zu einem anderen Ort, in dem die Insassen des Busses aufgeteilt werden, da manche Gäste andere Touren gebucht haben. Der Busfahrer erklärt zwar zwei Mal, wer in welchen Bus steigen muss…. aber als wir ankommen hat natürlich keiner eine Ahnung und alle rennen einzeln nochmals zum Fahrer um nachzufragen. Ich kann mich da selbst aber auch nicht ausschließen. Zu dem Zeitpunkt waren wir 200 km von Auckland entfernt und da geht man natürlich kein Risiko ein auch sicher weiter bzw. nach Hause zu kommen.


Mein Mitbewohner und ich haben jedenfalls noch eine halbe Stunde Zeit, bis uns ein spezieller Bus aufsammelt und nach Hobbiton bringt. Wir vertreten uns die Beine und genießen das schöne Wetter. Als unser Bus erscheint, steigt meine Vorfreude. 20150719_133004Das Auenland/Hobbiton ist für mich mit das erste, was man als Deutscher mit Neuseeland verbindet. Ich freue mich, eine so bekannte Sehenswürdigkeit direkt am dritten Tag meines Aufenthalts zu sehen. Unser Busfahrer ist ein sehr sympathischer, älterer Mann mit weißen Bart, der glatt selbst in den Filmen mitgespielt haben könnte. Er bezeichnet sich selbst als Zauberer und nennt sich Wundolf. Ich muss doch schmunzeln, als er das sagt.
Nach zwanzigminütiger Fahrt werden wir erstmal an einem weiteren Souvenirshop abgeliefert, um auf den nächsten Bus zu warten. Ich habe noch nie gesehen, dass so viele Asiaten in ein Geschäft laufen, um überteuerten Quatsch zu kaufen. Z.B. ein „Der Hobbit-Monopoly“ für fast 50$ oder ein Bier für 10$ pro Flasche….

Wir steigen jedenfalls in unseren vorerst letzten Bus und erreichen kurze Zeit später endlich das eigentliche Auenland…. Ich fühle mich wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen und beginne sofort Bilder und Videos zu machen, um diesen Besuch festzuhalten. Es fühlt sich absolut unreal an hier zu sein. Viele Ecken kommen mir bekannt vor aus den Filmen, aber man glaubt trotzdem nicht wirklich hier zu sein. Eine skurrile Situation.

An dieser Stelle lasse ich die Bilder einfach mal für sich sprechen…

Ein bischen Spaß muss sein ;)

Mühevolle Detailarbeit

 

Nach der Besichtigung der Hobbithöhlen gehen wir in den „grünen Drachen“ und bekommen ein Freibier, obwohl das bei dem Tourpreis wahrscheinlich das teuerste Bier meines bisherigen Lebens ist. In diesem Pub wurden auch verschiedene Szenen für die Filme gedreht und alles ist natürlich im „Herr-der-Ringe-Stil“ gehalten. Am offenen Kamin wärmen wir uns auf, denn draußen war es doch ziemlich kalt. Ricardo und ich kommen aus dem Grinsen nicht mehr raus. Ich glaube ich habe noch nie so oft „That’s so cool!“ an einem Tag gesagt.

Nach ungefähr 2 Stunden ist der ganze Spaß leider auch schon wieder vorbei. Die Tagestour war zwar ziemlich teuer und wir saßen ganz schön lange im Bus, aber das war es auf jeden Fall wert! Gegen 20:00 Uhr kommen wir im Hostel an und ich bin einfach nur platt. Trotzdem werde ich diesen Tag noch lange in Erinnerung behalten.

 


 

 

Montags bin ich richtig kaputt! Die meiste Zeit des Tages schlafe oder Unser Billardtischesse ich. Ich hoffe, dass der Jetlag bald hinter mir liegt. Bevor ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg zum Mittagsschläfchen mache, fangen Ricardo und Roberto (aus Mexiko) mich ab und fragen, ob ich mit Billard spielen käme. Die Billardhalle sei nur 10 Minuten Fußmarsch entfernt…. Ich bin froh, dass wir nach 30 Minuten endlich ankommen. Die Jungs erzählen mir über ihr Leben und ohne sie bemitleiden zu wollen, realisiere ich, wie gut wir es doch in Deutschland haben. Studiengebühren, Krankenhäuser und der Durchschnittsverdienst sind Themen unserer Diskussion.
Abends falle ich wieder todmüde ins Bett.

 


 

Mount Eden

Heute ist Dienstag, mein letzter Tag hier in Auckland. Morgen früh muss ich zwar auschecken, aber ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, wo ich denn die nächste Nacht verbringe. Das mag zwar ziemlich naiv klingen, aber da hier gerade Winter ist und man eine ziemliche Auswahl an Hostels und Busverbindungen hat, muss man nicht so langfristig planen. Eine langfristige Planung macht als Backpacker sowieso nicht viel Sinn, da man oft alle Pläne über den Haufen wirft und was ganz anderes macht.
Jedenfalls sitzen Pavel und ich zusammen und arbeiten am Laptop. Er sucht eine Arbeit und ich schaue, wie ich in die nächste Stadt komme und wo ich schlafe. Nachdem ich Bus und Hostel gebucht habe, fällt mir auf, dass zwischen Busbahnhof und Hostel 5 km liegen. Na toll…
Gleichzeitig verabschiedet sich Ricardo von mir, er will zu einer der Inseln in der Umgebung von Auckland fahren.

Später kommt noch Esther (Spitzname, sie ist aus China) hinzu. Mit den Beiden habe ich in der letzten Woche viel Zeit verbracht und sie sind mir ans Herz gewachsen. Esther ist schon seit einigen Wochen in der Stadt. Sie hat hier vier Wochen im Hostel gelebt und es ist eine Vorschrift, dass man nach vier Wochen Aufenthalt weitere vier Wochen woanders wohnen muss, bevor man wieder einziehen darf. Dementsprechend schläft sie zurzeit in einem anderen Hostel. Das ist aber auch schon alles, was sie dort macht. Zum Frühstück, Mittagessen, Abendessen und sonst allem anderen ist sie immer hier. Ich frage mich ernsthaft wie sie das macht, denn die Tür kann man nur mit einer Chipkarte öffnen….
Jedenfalls schlägt sie uns vor, dass wir auf den Mount Eden gehen sollten, da man von dort einen guten Überblick über die Stadt hat.
Auf Grund der Beschreibung des Weges erwarte ich ca. 20 Minuten Fußweg. Natürlich liege ich wieder voll daneben. Nach einer Stunde kommen wir endlich an, doch der Weg war es wert. Ich schieße ein paar Fotos und schicke sie ein paar Freunden.

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Der Aufstieg…

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Abends kocht Esther noch für uns ein Curry, allerdings nur mit Zutaten aus dem „Free-Food-Regal“. Das ist eine Sache, die ich hier total liebe; Wenn Backpacker einen Ort verlassen und Lebensmittel nicht mehr brauchen oder mitnehmen können (Kühlung), dann kann man sie einfach zurücklassen, irgendjemand wird es schon essen.

Am nächsten Morgen kommen nochmal alle, um sich von mir zu verabschieden. Nach knapp 24 Stunden sehe ich Ricardo wieder, er hat die letzte Nacht nicht im Zimmer verbracht. Er erzählt mir, dass er gestern die letzte Fähre zurück nach Auckland verpasst und irgendwo auf der Insel (auf dem Boden) geschlafen hat. Dann hat ihn morgens die Polizei aufgesammelt und zum Fähranleger gebracht. Und auf Grund der Aktion hat er seinen Flieger nach Queenstown verpasst…. Ich an seiner Stelle wäre…. sagen wir ein wenig angesäuert… er hingegen zeigt die südamerikanische Gelassenheit und frühstückt erstmal in aller Ruhe. Der Typ hat echt die Ruhe weg. Unfassbar.
Auckland war für mich ja der Anlaufpunkt meiner Reise und soweit fande ich die Stadt auch ganz schön. Sie ist nicht so hektisch, wie man von einer 1,5 Millionen-Stadt erwarten würde. Das liegt vor allem daran, dass Auckland eine riesige Fläche hat, da es eigentlich nur Einfamilienhäuser gibt. Daher hat diese Stadt eher was von einem riesigen Dorf. Viele Leute die ich getroffen habe, kritisierten genau das. Ich denke es bleibt jedem selbst überlassen was er davon hält.

Ricardo, Roberto und ich

 

Ich verabschiede mich von allen und mache ich auf den Weg zum Busbahnhof.

Mein nächster Stopp: Whangarei!

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.

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