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Mittwoch 22.07.2015

Während der zweieinhalbstündigen Busfahrt kann ich zum ersten Mal die landschaftliche Vielfalt genießen, die die Nordinsel zu bieten hat. Man sieht viele Weideflächen, wobei diese wesentlich hügeliger sind, als beispielsweise in Norddeutschland. Das macht die Landschaft abwechslungsreicher. Zudem fahren wir immer wieder durch Wälder, die mir vor allem durch die Vielseitigkeit auffallen.

Um 15:20 komme ich an. Ich hab richtig Hunger, da ich seit dem Frühstück nichts richtiges mehr gegessen habe. Doch zunächst gehe ich zur Touristeninformation, denn ich muss ja irgendwie die 5 km zu meinem Hostel überwinden und gerade habe ich keine Lust zu Fuß zu gehen oder zu trampen. Die wirklich extreme Freundlichkeit der Neuseeländer fällt mir bei der Dame hinter dem Schalter sofort wieder auf. Sie schickt mich zum Busbahnhof und nachdem ich einkaufen war, ziehe ich los. Es ist ziemlich warm. Die Sonne scheint und es sind gefühlte 20°C in meiner Jacke. Das nenne ich mal einen Winter! Vermutlich liegt es wirklich nur daran, dass ich zu dick angezogen bin, ich durch die Sonne laufe und auch noch wirklich vollgepackt bin. Naja egal. Während der Busfahrt zum Hostel betrachte ich die gegebenen Lokalitäten ab. Natürlich werde ich vom Busfahrer sofort als Backpacker erkannt und angesprochen. Er hält sogar extra für mich außerhalb der eigentlichen Bushaltestationen, damit ich weniger laufen muss.

Mein Zimmer

Als ich im Hostel ankomme, bin ich glücklicher Weise nicht alleine. Das überrascht mich, denn als ich gebucht habe, waren noch 10 (von 10) Betten zur Buchung verfügbar. Wenigstens hab ich jemanden zum Quatschen. Meine neuen Zimmernachbarn heißen Charlie (USA), Chris (USA) und Matt (französisch Kanada). Matt versucht Deutsch zu lernen und er bittet mich ihm ein paar Sätze beizubringen. Das macht ihn mir sofort sympathisch, denn er ist der Erste, der sich für die deutsche Kultur oder Sprache interessiert. Er zeigt mir ein Buch mit dessen Hilfe er versucht Deutsch zu lernen. „Der kleine Wassermann“. „Süß“, denke ich mir, aber das ist wahrscheinlich der schnellste Weg einfaches Deutsch zu lernen.
Heute ist Charlies letzter Tag hier in Neuseeland. Sie hat hier für ein Semester Veterinärmedizin studiert und fliegt morgen wieder in die Heimat. Also fahren wir in den Supermarkt und Matt und ich teilen uns für 12$/7,20€ ein Sixpack Bier…. „Das ist so teuer, das muss gut schmecken“, denke ich mir. Leider stelle ich das Gegenteil fest. „Egal, bezahlt ist bezahlt.“
Abends sitzen wir zusammen und unterhalten uns über typisch deutsche und amerikanische Dinge, die verschiedenen Sprachen im Vergleich und andere lustige Themen. Vor allem das Thema der Sprachen wird ausführlich diskutiert. Ich lese aus „Der kleine Wassermann“ vor und Matt versucht zu lernen. Das schafft er zwar nur mit mäßigem Erfolg, aber alle haben Spaß und das ist das Wichtigste. Der kulturelle Austausch bereitet mir echt Freude, er war für mich einer der Hauptgründe dieser Reise und genau das merke ich auch gerade wieder. Matt erfährt im Laufe des Abends, dass er eine Zusage für einen Job bekommen hat, also müssen wir auch ihn morgen verabschieden.

Nachts kühlt unser Häuschen ziemlich aus, mir ist kalt. Matt’s Behauptung, dass Neuseeländer es nicht so mit der Dämmung haben, spüre ich am eigenen Leib. Hier ist alles ziemlich leicht gebaut, dünne Wände, keine Dämmung, Einfachverglasung. Die Toiletten und Duschen sind offene Räume, alles eher für den Sommer gedacht. Das heißt, sobald man das warme Wasser abdreht, ist es plötzlich nur noch 10°C warm. Ein Grund sich mehr zu beeilen. Naja, nützt ja nichts, schließlich bin ich jetzt hier.

 

 


 

Donnerstag 23.07.2015

 


Nach dem Frühstück ziehen wir los Richtung Stadtzentrum. Unser Hostel ist wie gesagt ca. 5 km von der eigentlichen Stadt entfernt. Dafür allerdings werden wir mit einem wirklich schönen Wasserfall quasi vor der Haustür entschädigt.

 

Wir gehen weiter den Wanderweg nahe des Baches lang. Mir gefällt es durch diesen Urwaldähnlichen Wald direkt am Wasser lang zu laufen.

 

An einer Gabelung biegen wir ab, um auf einen Aussichtspunkt zu gelangen. Der Aufstieg fällt mir nicht leicht und ich bereue es, die letzten Monate so wenig (eigentlich gar keinen) Sport gemacht zu haben. Dafür schaffen wir es aber auch, den Weg in nur einer halben Stunde anstatt 45 Minuten (wie ausgeschildert) zu absolvieren. Von der Aussichtsplattform auf dem Hügel hat man einen grandiosen Überblick über die ganze Stadt.

 

 

Nach dem Abstieg ziehen wir weiter Richtung Stadt, um genau zu sein Richtung Supermarkt. Das mit den Preisen in neuseeländischen Supermärkten verstehe ich einfach nicht. Manches bekommt man hier hinterher geworfen, z.B. Karotten für 0,60€/kg, und manches ist einfach nur teuer, z.B. eine einzelne Gurke für 2,40€ oder die Tomaten für 5,40€/kg…
Naja wir decken uns mit dem Nötigsten ein und gehen zur Bushaltestelle, um uns von Matt zu verabschieden. Danach machen Chris und ich uns wieder auf den Rückweg. Eigentlich wären wir jetzt nur noch zu zweit im gesamten Hostel, aber glücklicher Weise sind neue Gäste gekommen, dadurch ist es nicht ganz so ruhig. Die nächsten Tage herrscht sowieso ziemlich reger Durchgangsverkehr, viele bleiben nur für ein bis zwei Nächte.

 


Freitag 24.07.2015

Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass ja schon wieder Freitag ist und ich dringend zur Bank muss, um meine Karte zu beantragen. Da meine Beine zugegebener Maßen vom Vortag müde sind und ich keine Lust habe, wieder den ganzen Weg hin und zurück zu laufen, überlege ich mir einfach zu trampen. Matt hatte mir erzählt, dass es hier unheimlich leicht sein muss, mitgenommen zu werden.
Ganz optimistisch stelle ich mich an die Hauptstraße Richtung Stadtzentrum und versuche mein Glück. Was dann passiert, übertrifft jedoch meine Erwartungen. Das DRITTE Auto, was ich sehe, hält an und nimmt mich mit. Das habe ich wirklich nicht erwartet. Ich stand keine zwei Minuten am Straßenrand und schon sitze ich bei jemandem im Auto. Die freundlichen Kiwis (Spitzname der neuseeländischen Bevölkerung) fragen woher ich komme, was ich so mache und wohin ich denn muss. Anstatt mich dann aber nur irgendwo abzusetzen, fahren sie mich sogar noch direkt bis vor die „Haustüre“. Ein echt freundliches Volk!

Nachdem ich dann in der Bank war, laufe ich ein wenig in der Stadt herum und finde einen richtig schönen Park, wo ich einen Snack zu mir nehme. Nachdem ich ein paar Brotstücke einem Vogel hinwerfe, kommen natürlich noch ein Dutzend anderer Vögel hinzu. Ich fühle mich ein bisschen wie Schneewitschen im Zauberwald…

 


Ich ziehe weiter Richtung Hafen und gönne mir erstmal einen Kaffee. Ich erinnere mich wirklich nicht, dass ich in letzter Zeit einen Kaffee so sehr genossen habe! Wenn man erstmal auf etwas eine Zeit lang verzichten muss, dann genießt man es echt viel mehr.

 

Ich mache mich auf den Rückweg und wandere entlang des Baches zurück.

Snacktime

 

Abends unterhalte ich mich noch (draußen) mit ein paar Franzosen und ich bin wirklich froh, dass ich mal die Chance habe, die Sprache auch anzuwenden. Wenn nicht jetzt, wann dann. Dafür saß ich schließlich jahrelang im Unterricht. Natürlich muss ich leider feststellen, dass ich über die Jahre viel vergessen habe…
Wir unterhalten uns wieder über typisch deutsche und französische Dinge, vor allem über bekannte Deutsche. Mario Götze, Angela Merkel und Rammstein fallen sofort. Interessante Kombination.
Als ich wieder reingehe, muss ich wieder auf Englisch schalten. Leider laufen hier zurzeit wirklich ZU VIELE Deutsche rum, was mich ernsthaft stört. Ich rede hier mehr Deutsch als Englisch. Das war so nicht geplant. Da fliegt man extra ans andere Ende der Welt und es kommt einem vor wie auf Mallorca… Nicht das mich Deutsche sonst stören würden, aber hier tausche ich mich lieber mit anderen Nationen aus.
Nachts liege ich im Bett und höre Musik… Rammstein.

 


 

 

 

Samstag 25.07.2015

Mittags mache ich mich mit Chris, Collin und Christian (beide aus Deutschland) auf den Weg, weil wir ein paar Höhlen erkunden wollen. Leider habe ich den Brustgurt meiner Kamera nicht dabei und ich brauche beide Hände zum Klettern. Daher habe ich kaum Aufnahmen machen können. :-/

Das ist ein einziger Baum!


 

 

Sonntag 26.07.2015

Ich mache mich mit Chris und Cecienne (keine Ahnung wie man das schreibt. Frankreich) auf den Weg, um einen anderen Wasserfall zu erkunden. Leider regnet es, aber das hält uns nicht ab.
Abends springen wir, wie jeden Abend, wieder in den Hot Tub. Ein ca. 40 °C-warmer Pool. Auch wenn das Hostel ziemlich einfach ausgestattet ist, das Teil ist wirklich purer Luxus! :)

 


 

Dienstag 28.07.2015

Da es Montag den ganzen Tag geregnet hat und ich nur drinnen gehockt habe, muss ich heute mal raus. Das Wetter ist besser als prognostiziert und ich mache mich mit Chris, Collin und Christian auf den Weg zum Aussichtspunkt. Vorher hänge ich noch schnell meine Wäsche auf und da alles andere auf der Leine hängt, ziehe ich halt die kurze Badehose und ein T-Shirt an. Schnell noch die Winterjacke drüber und los!
Wir gehen einen Weg entlang, der nicht auf der Karte verzeichnet ist. Er nennt sich „Goetzee Track“, ich muss schmunzeln.

Am Ende kommen wir zufälliger Weise trotzdem genau an dem Punkt raus, zu dem wir auch wollten.

 


 

Auf dem Rückweg fängt es auf einmal an zu schütten wie aus Eimern! Ich muss an meine Wäsche denken.
Als wir wieder im Hostel sind, bin ich bis auf die Haut nass und alle meine Klamotten hängen durchnässt an der Leine. Deswegen sitze ich anschließend in nasser Badehose und T-Shirt, eingewickelt in meiner Decke in meinem Zimmer und warte darauf, dass der Trockner endlich mit der Ladung eines anderen Gastes fertig wird, damit ich meine Sachen trocknen kann. Da es zurzeit nur einen Trockner gibt, und der eine Stunde pro Ladung braucht, warte ich fast zwei Stunden, bis meine Sachen fertig sind!
Notiz an mich selber: „Immer ein paar trockene Klamotten bereithalten!“

 

 


 

 

Mittwoch 29.07.2015

Zusammen mit Chris, Collin und Christian nach „Whangarei Heads“. Ich bin froh, dass Chris einen Van hat, ansonsten wäre ich nicht zu dieser schönen Halbinsel gekommen!

 

Das Wetter ist unglaublich wechselhaft heute und nach der Lektion vorm Vortag, bin ich lieber vorsichtig. Vor allem aber, ist es windig! Wir entdecken eine wunderschöne Bucht. Alle schwärmen davon, wie es hier im Sommer sein muss…

 

 

 

Auf der Rückfahrt setzen wir Collin und Christian am Busbahnhof ab. Die Beiden fahren heute zurück nach Auckland, weil sie einen Freund treffen und ab nächster Woche selbst einen Wagen gemietet haben.
Chris und ich fahren weiter zur Bank, wo ich meine Karte abholen möchte. Natürlich verfahren wir uns ein bisschen, aber wir nehmen es mit Humor. Für die Tatsache, dass er mich fährt, bin ich ihm sowieso dankbar. Wir finden einen Parkplatz nahe der Bank. Da die Parkuhr von innen beschlagen ist, habe ich keine Ahnung, wie lange wir für die eingeworfenen 50 Cent parken dürfen. Chris schließt seinen Van wie immer nicht ab und wir gehen los. „Den klaut schon keiner“, meint Chris in aller Ruhe. „Dein Wort in Gottes Ohren“, denke ich mir. Nachdem ich meine Bankkarte erhalten habe, gehen wir zurück zum Wagen, der glücklicher Weise auch noch genau dort steht, wo wir ihn geparkt haben. Obwohl das Stadtzentrum von Whangarei eigentlich sehr übersichtlich ist, verfahren wir uns wieder sofort…

Abends gehe ich in die Küche und sehe, dass jemand gekochten Reis und „Thaipaste“ als „Free-Food“ dagelassen hat. Nachdem ich mir beides aufgewärmt und ein paar Löffel genommen habe, kann ich mir vorstellen, warum das jemand freiwillig zurückgelassen hat…Aber es ist Free-Food und Free-Food schmeckt immer gut!

 


 

Donnerstag 30.07.2015

Heute ist mein letzter Tag in Whangarei und nachdem Chris seiner Putzarbeit im Hostel nachgekommen ist, gehen wir los. Ich bin jetzt seit neun Tagen hier und Chris ist hier seit drei Wochen, daher wollen wir mal einen anderen Weg gehen. Wir gehen durch einen ziemlich großen Park, in dessen Mitte ein Rugbyfeld platziert ist. Auf der Suche nach einem Track (=Wanderweg) springen wir über einen kleinen Bach und klettern über einen Zaun. Plötzlich endet jedoch der Weg und so stehen wir in irgendeinem Feld ohne Wege oder Markierungen. Wir ziehen weiter durch das hohe Gras und landen auf einer Baustelle. Könnte es sein, dass hier gar kein Track ist? Wir bewegen uns weiter in Richtung Park, in dem wir schließlich auch wieder landen. Gut, dann gehen wir halt erstmal eine Runde durch den Park, immerhin ist das Wetter richtig schön. Nachdem wir vielleicht 20 Minuten unterwegs waren kommen wir wieder beim Hostel vorbei, jedoch haben wir uns überlegt in den 20 km entfernten Ort „Ngunguru“ zu fahren. Einfach, weil wir was Neues sehen wollen.

Gemacht, getan. Wir parken direkt am Strand (ohne abzuschließen) und wandern einfach los. Weder Chris noch ich haben irgendeinen blassen Schimmer was es hier zu sehen gibt, geschweige denn, wo wir sind, aber das macht uns nichts. Wir folgen unserem Bauchgefühl…

Wie sich herausstellt, war das auch eine gute Idee. Ich genieße jeden Augenblick hier und mache Fotos…

 

 

Auf dem Rückweg zum Auto müssen wir uns ein Wenig beeilen, da mittlerweile die Flut gekommen ist und wir wollen ja schließlich trockenen Fußes beim Van ankommen.
Abends packe ich meine Sachen zusammen und springe ein letztes Mal in den Hot Tub.
Whangarei hat mir ziemlich gut gefallen. Man ist hier wesentlich näher an der Natur, als in Auckland. Es gibt viele sehenswerte Orte, wie beispielsweise die zwei Wasserfälle, die Abby Caves (Höhlen) oder Whangarei Heads.
Allerdings habe ich jetzt nach den knapp 10 Tagen auch genug gesehen und ich freue mich auf die nächsten Tage.

 

 


 

 

Der Plan für die nächsten Tage:
Freitag (31.07.) trampe ich nach Paihia, wo ich drei Nächte bleiben werde.
Samstag mache ich einen Tagesausflug zum Cape Reinga (dem nördlichsten Punkt Neuseelands), inklusive Sandboarding auf den riesigen Dünen und einer Fahrt zum 90 Mile Beach.
Sonntag gehe ich wahrscheinlich wieder wandern.
Montag reise ich irgendwie ich nach Kerikeri, wo ich für unbestimmte Zeit für Kost und Logis arbeiten werde.
Aber das lest ihr dann beim nächsten Mal 😉

 


 

 

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.