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IRE #1 Last but not least: Arrival in Cill Choca

150915-Maynooth Uni-St Pats College (3)

Montag, 14. September

Endlich ist es soweit. Nach langer Vorbereitung und drei Wochen verabschieden von Freunden und Familie, geht es nun auch für mich los mit meinem Erasmusjahr.

Morgens beim Aufstehen noch ganz entspannt, werde ich dann doch immer nervöser je näher wir zum Flughafen kommen. Meine liebe Familie ließ es sich nicht nehmen mich zu begleiten, was bei dem ganzen Gepäck auch ganz sinnvoll ist. Ein großer Reiserucksack, ein Handgepäckkoffer, ein kleiner Rucksack, Handtasche und, nicht zu vergessen, mein Fahrrad gehen mit auf große Reise und so ganz allein ist das kaum zu schaffen.

Macht's gut, ihr Lieben!

Macht’s gut, ihr Lieben!

Bei der Gepäckabgabe geht zum Glück alles gut und nach einem kurzen Getränk mache ich mich auf den Weg zum Boarding. Den Abschied halten wir kurz, das macht es leichter. Plötzlich – trotz all der Vorfreude – schon komisch und ein bisschen traurig für solange Zeit zu verschwinden.

Die Zeit im Flugzeug vergeht auch wie im Flug, denn meine beiden Sitznachbarinnen studieren ebenfalls für ein Semester in Irland. So unterhält man sich über die Unis, Studienfächer und Reisepläne. Angekommen in Dublin trennen sich unsere Wege wieder, denn ich werde glücklicherweise abgeholt.

Donal zeigt mir auf dem Weg nach Kilcock auch direkt meinen Uniort Maynooth und die Landstraße, die ich in Zukunft täglich zur Uni fahren werde. Alle Straßenschilder sind hier in Englisch und Irisch und der irische Name von Kilcock ist Cill Choca. Die Sprache wird kaum gesprochen, aber zum Teil noch in der Schule unterrichtet und ist immer noch erste Amtssprache. Die Fahrt erinnert mich außerdem daran, dass ich nun auch selbst auf der linken -falschen – Straßenseite fahren muss – hoffentlich geht das gut!

Same as in good old Germany.

In Kilcock bekomme ich noch eine kurze Tour durchs Haus und die Haustürschlüssel, dann fährt Donal wieder arbeiten. Mein Zimmer ist wirklich sehr schön und ich habe sogar ein eigenes Bad 😀 Es wir zwar gerade noch daran gewerkelt, doch am Abend ist es dann nutzbar. Wirklich schön geworden, sogar mit Badewanne, was ein Luxus! Im Erdgeschoss teile ich mir mit Joy, Studentin aus Amerika, die ebenfalls ein Zimmer hier hat, noch ein Wohnzimmer mit Couch, TV und Kühlschrank. Ansonsten dürfen wir uns im Haus frei bewegen und alles mitbenutzen. Die Familie besteht aus Donal und Elaine, den Eltern, sowie der 10-jährigen Tochter Anastasia und Hund Fluffy. Wirklich nett hier, da kann man es ein Jahr aushalten :)

Beim Auspacken stelle ich fest, dass ich viel zu viel dabei habe – naja jetzt ist es einmal hier. Später gehe ich noch zu Lidl einkaufen – ja richtig gehört, hier gibt es genau wie in Deutschland Lidl und auch Aldi. Und koche mir abends eine Kleinigkeit, seit dem Frühstück kaum etwas gegessen, da habe ich ganz schön Hunger.

Im Laufe des Abends stelle ich fest, dass meine Adapter für die Steckdose leider nicht funktionieren. Also werde ich am nächsten Tag doch nocheinmal vor Ort nach passenden suchen müssen. Ich hatte eigentlich gehofft, mir das ersparen zu können… but that’s life 😉

Dienstag, 15. September

Heute möchte ich mir Maynooth und die Universität mal anschauen, aber vorher finde ich nach dem Frühstück endlich mal wieder Zeit die Flöte auszupacken und ein bisschen zu spielen. Dafür war in den letzten Wochen voller Verabredungen und Verabschiedungen keine Zeit.

Danach schwinge ich mich aufs Fahrrad und wage mich in den Links-Verkehr. Es ist zwar ungewohnt, aber nachdem ich das erste Abbiegen und den ersten Kreisel erfolgreich gemeistert habe, funktioniert es erstaunlich gut. Die Strecke nach Maynooth ist auch wirklich sehr schön gelegen und einfach zu finden. Eine Landstraße immer geradeaus in mitten von Feldern und Wiesen fahre ich gut 20 Minuten durchs Grüne. Irland ist wirklich eine grüne Insel – zumindest habe ich bisher wirklich viel davon gesehen 😉

In Maynooth selbst gehe ich erstmal noch ein paar Dinge einkaufen, doch bis ich endlich einen Adapter habe, sind es 2 Stunden und 5 Läden später. Gesucht und gefunden, das ist wichtigste. Heute Abend dann also ab an den Laptop, um am Blog zu arbeiten und noch ein paar Artikel zu schreiben. Außerdem bin nun ich stolze Besitzerin einer irischen Handynummer 😀 (Mein What’s App bleibt mit der deutschen Nummer verbunden, so don’t worry!)

Es ist offiziell - meinen Ausweis konnte ich schon im International Office abholen :)

Es ist offiziell – meinen Ausweis konnte ich schon im International Office abholen :)

Zurück an der Uni treffe ich mich erst mit Joy, die mir das International Office zeigt und danach bekomme ich eine persönliche Campus-Tour von Fiachradh, den ich über das Buddy-Programm der Uni kennengelernt habe. Die Uni sieht einfach grandios aus! Vorallem auf dem South Campus mit den alten Gebäuden ist es traumhaft schön. Die Sonne scheint und zwischen den alten Gemäuern mit hohen Decken, großen und ganz kleinen Turmfenstern und kuppelförmigen Dächer fühlt man sich ein bisschen an Harry Potter erinnert *.*

Die Welcome Reception am Nachmittag stellt sich als Treffen aller International Students des aktuellen Jahrgangs heraus und das International Office spendiert Burger und Hotdogs for free, einfach zum kennenlernen. Ein paar Studenten haben außerdem noch zwei Wochenend-Touren nach Cork und Galway organisiert, für die man sich anmelden kann – das lasse ich mir nicht zweimal sagen: in drei Wochen geht’s nach Galway 😀

Schon beim Reinkommen höre ich sofort den einigen Seiten einen deutschen Akzent und auch später beim Essen ist es nicht anders. Gefühlt die Hälfte der Internationals kommt aus Deutschland. So viel zum Thema andere Kulturen kennenlernen. Ansonsten finden sich noch viele Franzosen und Amerikaner – und mal sehen, welche Nationen in den nächsten Tagen noch dazukommen. In jedem Fall gilt, egal woher, ich freue mich auf ein tolles Jahr mit ganz vielen netten Kommilitonen und Kommilitoninnen aus aller Welt :)

Morgen früh fangen dann die offiziellen Orientierungstage an und ich kann mich endgültig für meine Kurse einschreiben. Die Vorlesungen fangen nächsten Montag an. Aber jetzt habe ich genug erzählt – hier gibt’s noch ein paar Fotos. Enjoy :)

 

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Anna-Lena Oehmann

I am studying Musicology and British Literature at Bonn University in Germany and will spend my year abroad at Maynooth University near Dublin.