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Nachdem unsere ersten Tage relativ glatt gelaufen sind, erwartet uns heute ein besonderes Schmankerl der Kategorie „unerwartete Wendung“.

 


 

21.09.2015

Pavel und ich stehen morgens früh auf, um noch zu einem Aussichtspunkt zu fahren. Nach einem großen Kaffee werfen wir unsere Rucksäcke in den Kofferraum und fahren um 07:00 Uhr los. Obwohl die Aussicht wirklich gut ist, sieht man es auf den Bildern leider überhaupt nicht. Daher zeige ich euch wenigstens, wie unser Mietwagen aussieht. 😉

Unser Schätzchen

Unser Ziel heute ist Gisborne, eine Strecke, die man in dreieinhalb Stunden hinter sich bringen kann. Zunächst folgen wir dem Highway entlang der Küste, bis er Richtung Süden abbiegt. Wir füllen unseren Tank auf und rollen weiter. Im Tal einer Schlucht schlängelt sich unser Weg entlang eines Flusses. Anfangs war der Streckenverlauf noch relativ geradlinig, doch schon nach kurzer Zeit, können wir nicht schneller als 50 km/h fahren. Der Regen wird stärker und stärker. Wir halten an einem Rastplatz, da wir eigentlich einen von hier aus startenden Track machen wollen. Jedoch entscheiden wir uns dagegen, weil man innerhalb von Minuten durchnässt wäre. Eine Stunde vergeht, mittlerweile schüttet es und ich bemerke, dass der Fluss an einigen Stellen über die Ufer tritt.

Das Fahren auf der kurvigen Strecke ist ziemlich ermüdend. Wir machen Rast an einem kleinen Ort bestehend aus wenigen Häusern, einer Tankstelle und einem Kleinen Geschäft. Ich möchte mir einen Kaffee kaufen, jedoch ist der Laden auf Grund des schlechten Wetters geschlossen. Also fahren wir weiter. Wir reihen uns in eine Autoschlange ein, fahren die Berge rauf und wieder runter. Die Ausmaße des Flusses werden immer größer.

Ich fühle mich nicht mehr wohl beim Fahren. Dies ist die einzige Straße hier in der Gegend. Es gibt keine Landstraßen oder irgendeine Ersatzroute. Plötzlich müssen wir runterbremsen, da das Wasser so hoch steht. Nur eine Fahrbahn ist befahrbar.

„Naja, solange wir noch weiterfahren können, ist es mir egal, wie hoch das Wasser steht“, sage ich zu Pavel. Während ich einen Zirkus überhole, schießt mein tschechischer Freund Fotos.

Nachdem wir immer mal wieder durchs Wasser fahren müssen, stehen wir irgendwann in einer Schlange und es geht nicht mehr weiter. Pavel steigt aus und erkundigt sich nach dem Grund für den ungeplanten Stopp. Nach zehn Minuten kommt er wieder. Der Gau ist eingetroffen; Die Straße ist komplett überflutet, wir müssen umkehren. Es gibt keine Alternativroute von hier aus. Gisborne ist rund 20 km entfernt. So nah und doch so fern. Wir müssen umkehren.
Nach weiteren zwei Stunden sind wir wieder am Anfang der Schlucht und wir müssen nochmals unseren Tank auffüllen. Uns wird klar, dass wir heute nicht mehr zu unserem Ziel schaffen, also entschließen wir uns dazu, Gisborne und Napier zu überspringen und stattdessen nach Taupo zu fahren. Da ich mittlerweile sieben Stunden am Steuer saß, darf Pavel dorthin fahren. Wenn alles glatt läuft sind wir um 17:00 Uhr da. Wir fahren genau den gleichen Weg wieder zurück Richtung Tauranga. Wenigstens sehen wir nochmals das Meer und den Strand. Nachdem wir den Highway gewechselt haben geht es eine halbe Stunde Richtung Taupo bis wir von der Polizei angehalten werden. „Es gab hier einen Unfall, Sie müssen umkehren“, wird uns mitgeteilt. Na klasse. Also fahren wir wieder zurück ans Meer, fahren den Highway entlang und nehmen eine andere Route. Unser Ausgangsort Tauranga ist zeitweise nur 35 km entfernt. Im Radio hören wir übrigens, dass die zwei Straßen, auf denen wir gefahren sind, die einzigen sind, die überhaupt gesperrt sind. Wir waren einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich versuche auf dem Beifahrersitz zu schlafen, was mir aber nicht gelingt, obwohl es bereits dunkel wird. Nachdem wir 12 Stunden im Auto saßen, kommen wir im Dunkeln in Taupo an. Es ist 19:00 Uhr! Tauranga und Taupo liegen gerade mal 150 km auseinander und wir haben 12 Stunden und mehr als eine komplette Tankfüllung verbraucht… Oh man.

In gewisser Weise bin ich froh, dass mir sowas hier passiert ist, denn zu Hause würde ich nicht so „entspannt“ reagieren. Hier nimmt man es halt irgendwie hin, wenigstens habe ich jetzt was zu erzählen. 😉 Natürlich bin ich abends trotzdem wie erschlagen, ich möchte nur noch duschen und ins Bett. Wenigstens das klappt heute reibungslos.

 


 

 

Da wir zwei Städte übersprungen haben, können wir hier in Taupo mehr Zeit verbringen, als geplant. Die Stadt liegt direkt am größten See der Nordinsel, dem Lake Taupo. Hier werden wir viel unternehmen. Doch nach der heutigen Odyssee, brauche ich erst einmal etwas Erholung.

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.