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Entschuldigt bitte die lange Pause, jetzt geht es endlich weiter…

Nach rund vier Stunden Fahrt (von Napier) komme ich mit Esther und Molly in Wellington an. Da Esther die erste Nacht bei einer Freundin schläft, müssen wir einmal durch die ganze Stadt gurken, um sie dort hin zu fahren. Natürlich gestaltet sich die Parkplatzsuche genauso lustig und langwierig wie das letzte Mal. Obwohl ich dieses Mal nicht fahren muss, ist die Fahrt sehr stressig. Letzten Endes kommt Esther doch mit in unser Hostel.
Als wir wenig später dort ankommen, treffen wir Jonas wieder, der selbst erst vor Kurzem eingetroffen ist. Er erzählt uns von den letzten Tagen und den langen Gesprächen mit dem 74-jährigen Backpacker. Da wäre ich gerne dabei gewesen! Selbst Jonas, der durchaus schwierig zu begeistern ist, zeigt sich beeindruckt.

Leider fühle ich mich selber nicht gerade prickelnd, da ich immer noch mit einer Erkältung kämpfe, die ich mir bei meinem Zimmergenossen in Napier eingefangen habe. Ich könnte sofort ins Bett fallen, aber unglücklicher Weise steht mir da noch mein Hunger im Weg. Zu meiner großen (!) Freude hat Esther für mich mitgekocht. Wie jeder weiß, leiden Männer ja sehr, wenn sie krank sind. Wir haben auch keinen Schnupfen, sondern eine Erkältung oder schlimmer noch, eine Grippe! Jedenfalls sind wir entweder gesund, oder wirklich sehr, sehr krank. Daher genieße ich es schon ein wenig, bemuttert zu werden. 😉

Später schauen wir uns im TV-Raum noch „Batman – The Dark Knight“ an. Ich muss wirklich sagen, dass ich Fernsehen überhaupt nicht vermisse, dafür habe ich es richtig schätzen gelernt, ab und zu einen guten Film zu sehen. Manchmal ist weniger halt mehr.
Im Aufenthaltsraum treffe ich noch Carter (USA) wieder, die ich in Whitianga am Anfang meines Roadtrips kennen gelernt habe. Und ein Mädel aus Napier, mit der wir im Pub waren, treffe ich ebenfalls. Verrückt, wen man alles wiedersieht.

 


 

Bei meinem ersten Aufenthalt in Wellington habe ich natürlich versucht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Ein Highlight habe ich damals jedoch ausgelassen, was ich heute nachholen möchte; das so genannte „Cable Car“. Es gilt als Wahrzeichen der Stadt und ist die Fahrt auch wert. Die 620 Meter lange Strecke überwindet rund 120 Höhenmeter und ist dementsprechend steil.

Von der oberen Station aus schlendern Jonas und ich durch die botansichen Gärten abwärts Richtung Stadtzentrum.

Wir setzen uns auf eine Parkbank und mir wird klar, dass ich, seit dem ich in Neuseeland bin, nicht ein einziges Mal irgendwo gesessen und nichts gemacht habe, außer einfach den Moment zu genießen. Ich war immer unterwegs. Ein komisches Gefühl von Rastlosigkeit kommt auf…

 


 

 

Abends treffe ich im Supermarkt noch den Kanadier Tyson aus New Plymouth wieder. Langsam wird es echt lächerlich, als würden alle in Wellington nochmal zusammen kommen, die ich in den letzten drei Monaten kennen gelernt habe.

Später am Abend skype ich noch mit einem guten Freund, der selber in wenigen Tagen nach Australien aufbricht. In seiner Aufregung erkenne ich mich selber wieder, als ich kurz vor dem Abflug stand. Verrückt, jetzt bin ich schon drei Monate hier. Das ist so lange und doch so kurz in einem. Wie ein Wimperschlag in Zeitlupe. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich gar nicht glauben, wie viel ich schon erlebt habe. All die Orte, die ich gesehen habe. All die Erfahrungen, die ich gemacht habe. All die Momente, die ich geteilt habe. All die Menschen die ich getroffen habe. Und das Alles in nur drei Monaten? Es war eine gute Zeit. Aber jetzt kommt noch die Südinsel!

 


 

Am nächsten Tag wollen Jonas und ich die Fähre Richtung Süden nehmen. Doch vorher müssen wir noch die fünf Kilometer bis zum Anleger laufen. Als Sparfüchse, die wir ja sind, haben wir uns das Geld für den Shuttlebus gespart und gehen zu Fuß. Was soll ich sagen, das war ne scheiß Idee! Bei gefühlten 25° im Schatten laufen wir mit je 25kg Gepäck durch die pralle Sonne, mir läuft der Schweiß den Rücken runter und ich frage mich ernsthaft, warum ich eigentlich seit Napier ein Kilo Mehl mit mir rumschleppe?! Zum Kuchenbacken fehlen mir sowieso ein Haufen Zutaten. Hätte ich mal lieber anstatt dem blöden Mehl eine Busfahrkarte gekauft, das wäre ne sinnvolle Investition gewesen!
Meine Nerven und meine Schultern sind dann doch sehr erleichtert, als wir den Anleger endlich erreichen…

Nach einstündiger Wartezeit haben sich meine Nerven wieder beruhigt und es geht los, wir betreten die Fähre, nehmen Platz im Vorderdeck und genießen die Aussicht.


 

Was wird mich auf der Südinsel wohl erwarten? Werde ich den ein oder anderen Backpacker wiedersehen? Werde ich schnell einen Job finden? Was möchte ich überhaupt alles sehen? Vieles wurde mir erzählt, berichtet und empfohlen. Ich habe überhaupt keine Ahnung, was mich erwartet.
Mittlerweile habe ich gelernt, dass Pläne bei dieser Form des Reisens nicht viel wert sind, daher habe ich einfach keine gemacht. Ich reise, wo immer es mich hintreibt, egal wohin, egal wie, egal mit wem. Ich breche auf, in ein mir unbekanntes Land. Ist das nicht ein Traum von Freiheit?

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.