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Valencia, 03.12.2015

Gelangweilt? Verrückt? Erasmus-Student mit mehr Zeit als Verstand? Alles Obengenannte? Wir haben die Lösung: Binden Sie sich an ein elastisches Seil und springen sie von einer Brücke! Wir garantieren eine schlaflose Nacht voller Selbstzweifel (“Wieso zur Hölle habe ich das gebucht?! Worauf habe ich mich da bloß eingelassen?! Was stimmt denn nicht mit mir???”), einen Morgen voller Galgenhumor, einige Sekunden voller Panik vor dem Sprung und einen euphorischen Adrenalinschub während des Sprungs und danach!

So ungefähr lässt sich meine Gefühlslage am vergangenen Freitag und Samstag beschreiben, nachdem ich mit einem australischen Freund gemeinsam einen Bungeesprung für Samstagmorgen gebucht hatte. Nach einer zwar nicht ganz schlaflosen aber doch sehr unruhigen Nacht brachen wir am Samstagmorgen in Richtung Nordwesten auf, nach Albentosa, einem kleinen Dorf zwischen Valencia und Teruel. 334 Einwohner, eine wunderschöne Umgebung, gefühlt keinerlei Verbindung zur modernen Welt und hundert Meter vom Dorf entfernt eine 50 Meter hohe Brücke, von der Verrückte wie wir für Geld herunterspringen können.

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Unsere beiden Guides beim Aufbau

Nachdem die beiden Verantwortlichen, die uns auch dorthin gefahren hatten, etwa eine Stunde lang mit dem Aufbau der Ausrüstung verbracht hatten und wir endgültig alle weiche Kniee hatten, war es dann endlich soweit und die Sicherheitseinführung begann. Zunächst einmal wurde uns gesagt, wir würden überhaupt nicht bungeespringen. Stattdessen handele es sich um “puenting”. Soll heißen, das Seil wird nicht an den Füßen befestigt, sondern man trägt verschiedene Gurte um Oberschenkel, Hüfte und Brust und ist daran befestigt. So ergibt sich, statt des für Bungee üblichen Sprungs nach unten mit Dehnung des Seils eine Art riesige Schaukel, mit der Brücke als Gerüst, an dem diese befestigt ist.

Als nächstes wurden wir noch über die möglichen Sprungstile instruiert und dann war es soweit: Freiwillige vor, um als Erster zu springen. Ich weiß bis jetzt nicht, was über mich gekommen ist (vielleicht wollte ich es einfach hinter mir haben?? 😀 ), aber bevor ich mich versah, stand ich am Geländer und wurde festgegurtet. Vielleicht war es die Tatsache, dass ich vor mir niemanden hatte springen sehen und keine Ahnung hatte, was genau mich erwartete, aber es war mir nicht ganz geheuer, kopfüber mit dem Blick nach vorn zu springen. Also wählte ich die “langweilige” Variante: mit dem Rücken zuerst, mich also quasi blind nach hinten von der Brücke fallen zu lassen.

Der Nachteil daran, als man als Erster zu springen, ist, dass man hinterher sehr lange warten muss, bis alle anderen gesprungen sind (und eigentlich gerne direkt noch einmal springen würde). Vor allem als mit jedem Sprung die Zuversicht der übrigen Teilnehmer stieg und immer mehr von ihnen sich trauten, kopfüber zu springen. Ein wenig ärgert es mich im Nachhinein, dass ich mich das nicht getraut habe. Aber es gibt ja immer ein nächstes Mal. 😉

Angenehmerweise gab es im nahegelegenen Albentosa ein kleines Café, in dem man mit einem kühlen Bier auf den erfolgreichen (und überlebten) Sprung anstoßen konnte. Und da die umliegende Landschaft wirklich schön war, konnte man sich die Zeit gut vertreiben, bis es Zeit für die Rückfahrt war.


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Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde…

Ein durchaus erfolgreiches Abenteuer, sehr passend für ein Semester voller neuer Erfahrungen! Auf dem Weg zurück nach Valencia forderten dann die unruhige Nacht zuvor und die Anstrengung des aufregenden Morgens ihren Tribut. Hilfreich, denn nach einem ausgiebigen Mittag-/Abendessen war ich dann wieder voller Energie, um abends unser Überleben zu feiern!

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Cornelius Lilie

I am a student of History and Political Studies at Bonn University in Germany and I will study at Valencia, Spain for a semester.