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Valencia, 21.12.2015

Wie bereits angekündigt, bekommt Ihr (wenn auch mit ein wenig mehr Verspätung als gedacht) nun den Beitrag über unseren Besuch in Cuenca, unserer ersten Etappe auf der ‘Nordrunde’, die wir Anfang Dezember drehten. Und dabei liegt Cuenca eigentlich nicht einmal wirklich im Norden, sondern eher nordwestlich, etwa auf halber Strecke zwischen Valencia und Madrid in Castilla – La Mancha.

Die heutige Stadt von Cuenca wurde im frühen 8. Jahrhundert als maurische Festung “Kunka” erbaut und ist daher, wie so viele spanische Städte, in ihrer Architektur eindeutig maurisch geprägt. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt während der christlichen Reconquista durch Alfons VIII. von Kastilien eingenommen. Daher finden sich neben den maurischen Bauwerken auch zahlreiche christliche, wie z.B. die große Kathedrale, im Stadtkern.Die erste Besiedlung Cuencas liegt allerdings sehr viel weiter zurück: in den archäologischen Grabungsstätten in und nahe der Stadt wurden die Spuren erster menschlicher Besiedlung aus dem Jungpaläolithikum von vor ca. 90.000 Jahren gefunden.

Die berühmteste Sehenswürdigkeit Cuencas sind allerdings die ‘casas colgadas’ (“hängende Häuser”), die an einer Steilklippe am Rand der Altstadt erbaut sind und, auch wenn sie faszinierend sind, so wirken, als würden sie jeden Moment herunterfallen (vor allem, wenn man sie von unten herauf betrachtet). Im vorigen Beitrag habe ich ja bereits einige Bilder aus Cuenca hochgeladen, hier könnt Ihr noch einige mehr sehen! Neben den hängenden Häusern und der Altstadt ist vor allem die ‘puente de San Pablo’ (“Paulsbrücke”), die von Gustave Eiffel entworfen wurde, eine Attraktion. Und zuguterletzt thront auf einem kleinen Berg gegenüber der Altstadt eine riesige Christus-Statue. Während Theresa und ich unbedingt dort hinaufsteigen wollten, um den fantastischen Ausblick zu genießen, waren unsere beiden Reisebegleiter zu faul und so teilten wir uns auf (*Vorurteile über deutsche Touristen bitte hier einfügen*). Auf- und Abstieg dauerten etwa eine Stunde und die Landschaft sowie der Ausblick von der Statue aus waren die Mühe allemal wert!

Nachdem unser Erkundungstour und dem Mittagessen hieß es dann auch schon aufbrechen. Denn jetzt ging es wirklich in den Norden und die Reise von Cuenca nach Pamplona dauert (wenn man wie wir die gebührenpflichtigen Straßen meidet) immerhin etwa sechs Stunden. Zudem hatten wir unterwegs noch ein weiteres Ziel, das wir uns auserkoren hatten: die ‘ciudad encantada’ (“verzauberte Stadt”) eine wunderbare Waldlandschaft in den Bergen, in denen sich über die Jahrtausende aus Sandstein zahlreiche Felsformationen herausgewaschen haben. Die Skulpturen haben alle Namen und das ganze ist natürlich touristisch aufgezogen, aber das ist es wert. In der fast schon skandinavisch wirkenden Landschaft und zwischen den vielen Felsen kann man bei gutem Wetter (das wir glücklicherweise hatten) sehr gut einige Stunden verbringen. Da wir weiterreisen mussten, blieb uns zwar nur etwa eine Stunde, aber dennoch war die verzauberte Stadt durchaus den Besuch wert!


12358201_1175336282480098_1400481528_nIm Anschluss ging es dann weiter in Richtung Pamplona. Wenn sich der Herbst in diesem Teil Spaniens zwar nicht durch buntes Laub oder allzu große Kälte bemerkbar macht, so doch durch frühe Dunkelheit, sodass unsere Bergtour zu einem mittelgroßen Abenteuer wurde. Enge Serpentinenstraßen mit genug Platz für etwa anderthalb sehr kleine Autos im Stockfinsteren zu fahren (Straßenbeleuchtung in den Bergen ist ja eher Mangelware…), ist wirklich nicht allzu angenehm. Allerdings bot sich uns dafür, kurz bevor die Sonne ganz verschwunden war, ein fantastischer Sonnenuntergang über den Bergen. Das Bild ist leider nur mit meinem Handy aufgenommen, da Kameraakku nach dem Bild von den Felsbären den Geist aufgegeben hatte. Aber auch in der geringeren Qualität lässt sich erkennen, wie großartig der Anblick war!

Die Fahrt verlief trotz aller finsteren, engen Serpentinenstraßen ohne Probleme und am späten Abend kamen wir dann in Pamplona an. Die Galerie unseres Besuches ist bereits in Arbeit! :)

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Cornelius Lilie

I am a student of History and Political Studies at Bonn University in Germany and I will study at Valencia, Spain for a semester.