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Valencia, 24.01.2016

Wie kann eine einzige Stadt eigentlich so unerschöpflich sein, was Sehenswürdigkeiten und schöne Orte angeht? Ich wohne jetzt seit beinahe fünf Monaten hier und habe in dieser Zeit ja wirklich viel gemacht, besichtigt und besucht. Und trotzdem kann man hinter jeder neuen Ecke der verwinkelten Gassen in der Altstadt, aber auch in meinem Viertel in Benimaclet immer etwas Neues entdecken, das einem erneut die Schönheit und Besonderheit dieser fantastischen Stadt vor Augen führt! Valencia, ¡me he enamorado!

Momentan stecke ich mitten in der Klausurenphase. Drei Klausuren liegen bereits hinter mir, nächste Woche kommen noch einmal vier auf mich zu. Aber zwischen all den Texten und dem Lernstoff muss zwischendurch auch einmal Zeit für Entspannun sein. Daher habe ich heute Morgen mal wieder eine kleine Erkundungstour mit Jana und einem marokkanischen Bekannten gemacht und endlich eine große Lücke auf der to-do-Liste gefüllt: wir besuchten die Lonja de la Seda (die Seidenbörse, eine der beiden Weltkulturerbestätten Valencias) und stiegen auf die Torres de Serranos, das alte Stadttor. Beide habe  ich ja bereits auf Bildern hier gezeigt, aber eben immer nur von außen, beziehungsweise von unten. Hier nun also die neuen Eindrücke!

Inzwischen bereitet sich Valencia mehr und mehr auf die Fallas vor, die im März beginnen. Dabei handelt es sich um ein großes Volksfest, das typisch für die Gegend hier ist. Mir wurde es von Valencianern als die valencianischste Erfahrung überhaupt beschrieben. Leider werde ich sie dieses Jahr nicht miterleben können, da ich im März ein Praktikum in Bonn mache. Jana und ich haben uns allerdings fest vorgenommen, im nächsten Jahr zurückzukommen, um an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können!

Die Vorbereitungen und Proben sind in der ganzen Stadt zu bemerken. So zog zum Beispiel gestern eine Parade in Trachten und begleitet von einer Kapelle unter meinem Balkon vorbei und auf der Plaza de la Virgen waren vorhin zahlreiche Trachten, Musik und Tänze zu bewundern (siehe die Bilder in der vorherigen Galerie und die folgenden Videos). Entschuldigt bitte wie immer die schlechte Qualität der Handy-Aufnahmen.

Am kommenden Freitag ist es endlich geschafft. Alle Uniaufgaben, alle Verpflichtungen erledigt, die Wohnung in Bonn ist bereits gefunden und der Einzugstermin gesetzt, die Zeit hier fast vorbei. Aber noch nicht ganz! Denn ich habe mir ja extra den Februar freigehalten, um noch ein wenig mehr von Valencia und dem Rest Spaniens genießen zu können! So muss ich unbedingt noch den Bioparc besuchen, den großen städtischen Zoo. Der Eintritt ist zwar recht teuer, aber der Besuch soll sich lohnen. Außerdem stehen leider die ersten Abschiede an, da die ersten meiner Freunde schon diese Woche nach Hause zurückkehren oder teilweise in andere Länder weiterreisen. Wenn ich die Zeit finde, muss ich eigentlich dringend noch nach Barcelona, wobei dafür leider die Zeit fehlen dürfte. Denn vom 09.-19. Februar werde ich mir einen lange gehegten Traum erfüllen: am 09. reise ich mit einer deutschen Freundin nach Villafranca del Bierzo reisen, um von da aus acht Tage lang die 155 Kilometer bis Santiago de Compostela auf dem Jakobsweg wandern! Ich bin unglaublich aufgeregt und kann es kaum erwarten! Seit ich vor zehn Jahren das Buch Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling geschenkt bekam, habe ich mir gewünscht, auch eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg zu machen. Und auch, wenn der Februar im Norden Spaniens relativ kalt wird: wenn ich es jetzt nicht mache, wann dann? :)

Das war es dann auch schon fast mit meinem kleinen Zwischenbericht aus Valencia (der Lernstoff ruft…)! Zu guter Letzt hat mich vorhin, als ich sowieso schon mit meiner Kamera bewaffnet unterwegs war, die Lust gepackt, ein paar Fotos in “meinem” Viertel zu machen. Ich habe ja bereits einige Bilder aus der Wohnung und von meinem Balkon aus hier präsentiert, aber noch nie wirklich aus der unmittelbaren Umgebung unseres Hauses. Daher nun zum Abschluss (und bevor ich mich wieder den spanischen Problemen des 19. Jahrhunderts widme) einige Eindrücke aus Benimaclet, dem wahrscheinlich valencianischsten Viertel der Stadt.

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Cornelius Lilie

I am a student of History and Political Studies at Bonn University in Germany and I will study at Valencia, Spain for a semester.