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Im Norden von Paris bewegt sich das Leben, wie im Innenstadtkern auch, rund um die großen Plätze und das Wasser. Doch im 10. Arrondissement handelt es  sich dabei nicht um die Seine: Ein Kanal ist die Lebensader dieser Gegend. Der Canal Saint-Martin verläuft an der Oberfläche zwischen der Rue du Faubourg du Temple, auf der Höhe des Place de la République, und dem Bassin de la Villette. Auf diese Weise ist er im Norden mit dem Canal de l’Ourcq verbunden. Am Kanal entlang, sowie in den angrenzenden Seitenstraßen, haben sich hier viele eher kleinere Läden moderner Marken, sowie auch viele Cafés und Büros Kreativer und Künster aller Art angesiedelt. In manchen Hinterhöfen finden sich auch nachts ein paar gute Clubs.

Wenn ich so durch die Straßen am Canal Saint-Martin  laufe, finde ich manchmal, dass die ein oder andere Ecke dort einen leicht ehrenfeldigen Charakter hat, was mir sehr sympathisch ist. Denn es ist nicht alles eng zusammengefercht, wie man es aufgrund von Platzproblemen insbesondere in der Innenstadt sieht. Es gibt dort zudem so ziemlich alles, vom überteuerten und durchdesignten Hipstercafé bis zum provisorischen Schuppen alles. Und auf dem Weg von A nach B läuft man nicht all zu selten an großflächigen Graffitis und anderen Wandbildern vorbei. Sie machen die Häuser und Straßen auch zwischen alten Industriegebäuden oder an eher langweiligen, grauen Stellen etwas lebhafter. Ein ausgedehnter Spaziergang in dieser Gegend ist nur zu empfehlen! :)

Eigentlich hattte ich mir für Januar vorgenommen, an einem schönen, sonnigen Tag auch ein paar Bilder, insbesondere vom Kanal zu machen. Doch die Stadtverwaltung machte mir leider einen Strich durch die Rechnung. Das einzig verbliebene Bild ist noch das Titelbild oben. Der Kanal wird seit Beginn des Jahres komplett gereinigt. Heißt, er wurde erstmal trocken gelegt. Nun werden Schlamm und Unmengen an Müll Stück für Stück abtransportiert. Er ist also bis April diesen Jahres ohne Wasser. Das sieht dann so aus:

Bei dieser umfangreichen und auch teuren Aufräumaktion hat man übrigens jede Menge Kram entdeckt. Tonnen an Flaschen, aber auch Fahrräder, Mofas und sogar eine Waffe. Zuletzt wurde der Kanal 2002 gereinigt. Zum Vergleich, wie er aber mit Wasser aussähe, hier ein paar Bilder von Canal de l’Ourcq, weiter nördlich. Der Kanal sieht dort sehr ähnlich aus. Auch die Umgebung ist nicht so viel anders, da hier auch viele ältere Fabrikhallen stehen. Dennoch ist es mehr eine, im Vergleich, ruhigere Wohngegend. Kurz vor der Périphérique führt er quer durch den Parc de la Villette. Der relativ große Park ist von vielen Hallen und größeren Gebäuden umgeben. Direkt am Eingang findet sich “La Grande Halle”.  Gebaut Mitte des 19. Jahrhunderts, als Rinderhalle genutzt, ist sie heute ein Veranstaltungsort für Kunst, Musik und Kultur. La Villette war früher die Gegend der großen Schlachthöfe. Heute sieht man das dem Park aber nicht mehr an.

 

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Juliane Sprick

I am history student at Bonn University. But I am going to study at Sorbonne University in Paris for the winter term. Let's discover Paris - Allez hop!