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Sowohl Architektur als auch Vegetation wechseln sich im Turia ständig ab.

Valencia, 04.02.2016

Wie bereits in meinem letzten Eintrag angekündigt, wurde gestern ein weiterer Punkt auf meiner To-Do-Liste abgehakt: eine Radtour durch den Jardín de Turia – eine Radturia sozusagen! 😉

Ich hatte ja bereits in einem meiner ersten Beiträge von dem  trockengelegten Fluss berichtet, der sich durch die gesamte Stadt zieht und der in einen riesigen Park umgewandelt wurde. Die Trockenlegung sollte zur Zeit Francos ursprünglich zu Gunsten einer zentralen Stadtautobahn erfolgen, jedoch erhielt nach dem Ende des Franquismus 1976 die Gemeinde Valencia die Rechte an einer Umwandlung des Flussbettes in einen Stadtpark. Außerhalb der Stadt bewässert der Turia die landwirtschaftlich genutzten Gebiete der Gemeinde, die zu den ertragreichsten und fruchtbarsten Europas gehören. Der Park wurde ab 1985 ausgebaut und erstreckt sich ca. 10 Kilometer von der Ciudad de las Artes y Ciencias bis zum Parque de la Cabecera und dem Zoo von Valencia, dem Bioparc (den ich am Samstag besuchen werde :)). Im Park selber reihen sich ein Spiel- oder Sportplatz und eine Liegewiese an die nächste und ein Netz an Lauf-, Spazier- und Fahrradwegen durchziehen das Flussbett. Perfekt also, um einen sonnigen Nachmittag dort zu verbringen und eines der Merkmale Valencias einmal von vorn bis hinten zu erkunden.

Daher machten wir uns am Dienstagnachmittag zu viert auf Fahrrädern auf und durchradelten den Park, fotografierten die Sehenswürdigkeiten und spazierten durch den Parque de la Cabecera. Da wir leider alle vier nur Leihfahrräder (Valenbisis) hatten, mussten wir unsere Tour mehrmals unterbrechen und Radstationen suchen. Die Valenbisis kann man blöderweise nur 30 Minuten nutzen, bevor man sich entweder ein neues Rad an einer anderen Station holen oder sein bereits geliehenes Rad einmal kurz an der Station andocken und direkt wieder auslösen muss. Bescheuert, aber was soll’s. Davon ließ sich unsere Laune auch nicht beeinträchtigen.

Zwischen den ganzen Sportplätzen aller Art (von Fuß- und Basketball bis hin zu Rugby und Baseball ist dort alles vertreten) lässt sich ein Nachmittag wirklich gut verbringen und die Sonne ausgiebig genießen. Für Jana war es ihr vorletzter Tag in Valencia und so feierten wir am Abend nach der Tour noch ihren Abschied mit einem Abendessen und einer ausgiebigen Party (inklusive Besuch einer Karaokebar – oh Gott… :D), bevor sie heute Mittag wieder nach Deutschland gereist ist. Gestern vor fünf Monaten sind wir gemeinsam hierher gekommen und inzwischen geht es auch für mich immer merklicher dem Ende zu: ein Abschied jagt den nächsten und alles, was ich unternehme, fällt in die Kategorie “dringend vor der Abreise zu erledigen”. Ihr merkt also, ich bemühe mich, die letzten Wochen so ausgiebig wie möglich zu nutzen! :)

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Cornelius Lilie

I am a student of History and Political Studies at Bonn University in Germany and I will study at Valencia, Spain for a semester.