Blogventure – We blog our adventure

Nachdem ich die Durchsage des Piloten ein bisschen hab sacken lassen, schalte ich den Film „Cast Away“ ein. „Wäre doch gelacht, wenn Irgendetwas passiert, während ich mir genau diesen Film anschaue“, denke ich mir. Gut, die eigentliche Szene des Flugzeugabsturzes überspringe ich dann doch lieber…
Nachmittags landen wir in Nadi und als wir aussteigen schlägt uns die tropische Hitze wie ein Hammer ins Gesicht. Sofort läuft mir der Schweiß über mein Gesicht und den Rücken herunter. Das Bedürfnis in meine Flip-Flops zu schlüpfen steigt ins Unermessliche, als mich meine Schwester auf etwas hinweist: „Ich hab noch eine Karotte in der Tasche!“
„Wie zur Hölle…“ denke ich mir. Nachdem sie einem Flughafenangestellten die ungewöhnliche Situation erklärt hat, schaut er sie verdutzt an und weist dann nur auf einen der Mülleimer. Währenddessen mustert ein weiterer Angestellter in Uniform meinen Einreiseschein, bevor er mich zur Nachkontrolle schickt. Der abgepackte Tee, den ich vor wenigen Tagen von einer Freundin erhalten habe, wird mir jetzt zum Verhängnis. Mein Rucksack wird bis auf die letzte Socke ausgeräumt und geprüft. Auch wenn ich weiß, dass ich nichts Illegales mit mir führe, machen mich solche Situationen unfassbar nervös. Ich bin jedes Mal froh, wenn der offizielle Teil vorbei ist. Das war auch schon bei der Einreise nach Neuseeland so. „Wahnsinn, wie viel ich überhaupt mit mir rumschleppe“, denke ich mir, bevor ich den Haufen wieder einräumen darf. Erleichtert begeben wir uns Richtung Ausgang, wo wir schon von unserem Fahrer erwartet werden.
Nach kurzer Fahrt  kommen wir bei unserem Hostel an, welches direkt an der Westküste der Hauptinsel liegt. Es ist immer noch unfassbar warm. Ich glaube nicht, dass ich mich daran gewöhnen kann. Obwohl es in unserem Zimmer 30°C heiß ist, versuchen wir etwas Schlaf nachzuholen, bevor wir uns beim Supermarkt erst einmal mit Wasser eindecken. Leitungswasser sollte man hier lieber nicht trinken. Auf dem Rückweg sehen wir ein Angebot für ein günstiges Abendessen, welches uns überzeugt. So sitzen wir wenige Stunden später auf der Terrasse eines Nachbarhotels, essen Pizza und trinken „Fidschi Gold“ (das einzige Bier, das auf den Fidschis gebraut wird). Ich bin entspannt. Es fühlt sich hier wirklich an wie Urlaub. Eigentlich wie Urlaub vom Urlaub. Abendessen am Pool, umringt von Palmen bei abendlicher Wärme (eigentlich eher abendlicher Hitze). Während wir uns noch ein zweites Getränk bestellen, setzen sich drei Männer neben uns auf eine ausgebreitete Bastmatte und bereiten ein Getränk in einer großen Holzschale zu. „Wer hat Lust auf Kava?“ fragen sie uns. Für mich war das Kennenlernen neuer Kulturen immer ein Hauptgrund für Reisen im Allgemeinen, daher nehme ich auch dieses Mal die Chance gerne wahr. Im Schneidersitz setzen wir uns zu den drei Männern und bilden so einen Kreis. In der Mitte steht die große Holzschale mit einer braunen Flüssigkeit darin. Das Kava-Getränk wird, wie sie uns später erklären, mit der getrockneten Wurzel der Kava-Pflanze aufgegossen und in einer Zeremonie getrunken. Die drei Männer packen zwei Gitarren aus und fangen an allerlei Klassiker zu singen, westliche als auch originale Fidschi-Lieder. Mit der Zeit gesellen sich immer mehr Leute zu uns, ein Deutscher, zwei Franzosen und zwei US-Amerikaner. Die zwei Männer spielen immer einen Song und dann wird wieder getrunken. Bevor man eine kleine Schüssel vom Zeremonienmeister erhält, klatscht man zwei Mal in die Hände und sagt: „Bula!“, was „Hallo“ bedeutet. Dann trinkt man den Inhalt der Schüssel mit einem Schluck, bevor man sich mit „Vinaka“ bedankt und drei Mal in die Hände klatscht. Der erdige Geschmack wird von der leicht betäubenden Wirkung im Mund überdeckt.

Immer wenn der Inhalt der Schüssel sich dem Ende zuneigt, wird eine neue Portion aufgesetzt. Die Stimmung ist heiter und entspannt. Die Stunden vergehen und ohne es zu merken, ist es plötzlich Mitternacht. Ich bedanke mich bei allen anderen, verabschiede mich und spaziere zurück zu meinem Hostel. Es sind immer noch 26°C, im Zimmer ist es noch heißer, aber die Tür wollen wir nicht offen lassen, wegen der Stechmücken. Ich schlafe kaum…


 

Ein Paradies auf Erden

Für den nächsten Tag haben wir uns eine Tagestour zu eine der kleineren Inseln gebucht. Bereits um 08:00 Uhr werden wir mit dem Bus abgeholt und zum Hafen kutschiert. Wir kommen an und merken schnell, dass hier Alles gut durchstrukturiert und auf Touristen ausgelegt ist. Neben unzähligen Geschäften für Souvenirs gibt es ein Hard-Rock-Café und Supermärkte mit Preisen, bei denen ich mich wieder nach Neuseeland zurück wünsche. Wie gut, dass unsere Tour Mittagessen und Getränke beinhaltet.

Wir besteigen unsere Fähre, legen ab, merken, dass wir auf dem falschen Boot sitzen, erkennen dann, dass wir doch richtig sind und genießen endlich die Fahrt. Die Deklarierung der verschiedenen Schiffe und Routen war wirklich verwirrend…

Die Hauptinsel lassen wir hinter uns...
Nach knapp 20 Minuten erspähen wir unser heutiges Tagesziel, unsere kleine Insel.

für dieses Schmuckstück!

Mit einem kleinen Landungsboot steuern wir auf den Strand zu.

Wir betreten die „South Sea Island“ und es ist wirklich perfekt!

Sonne, Sand und Swimming-Pool. Nachdem uns der Tagesablauf erklärt wurde, reservieren wir uns zunächst (typisch deutsch) zwei Strandliegen, bevor wir einmal um die ganze Insel laufen.

Nach nicht einmal fünf Minuten haben wir das allerdings auch schon geschafft. 😀
Nach und nach kommen immer mehr Menschen auf der kleinen Insel an, bis schließlich alle Plätze belegt sind.

Im Anschluss an das Mittagsbuffet fahren wir mit einer Art „Halb-U-Boot“ um die Insel herum, um die Unterwasserwelt näher zu betrachten.

Im Schatten der vielen Bäume und Sträucher zeigen uns die hiesigen Mitarbeiter traditionelle Tänze und Gesänge der Fidschis. Die „Krieger“ tanzen dabei mit Speeren um die Zuschauer herum und immer wenn jemand unaufmerksam ist, stoßen die Tänzer mit ihren Speeren nur Zentimeter am Gesicht der Touristen vorbei, die dann regelmäßig aufschreien. Das ist ziemlich lustig, so lange man nicht selber betroffen ist. 😀
Obwohl es sich wirklich gut aushalten lässt, möchte ich unbedingt im Pazifik schwimmen gehen.

Aber da ich im Wasser drei, kleine Haie entdeckt habe, springe ich dann lieber doch nicht mehr ins Meer, weit kann die Mutter ja nicht entfernt sein und der Pool tut’s auch. 😉

Mit einem kalten Bier lässt es sich anschließend in der Hängematte (und später auf der Liege) gut aushalten. Während ich so vor mich hin döse, hole ich mir doch noch einen Sonnenbrand. Und zwar einen vom Feinsten, wie sich später herausstellt.

Trotzdem würde ich hier gerne eine Woche bleiben, aber natürlich vergeht so ein Tag viel zu schnell und plötzlich ist es 17:00 Uhr. Leider müssen wir uns zur Abreise bereitmachen. Schade, schade, aber wenigstens war ich hier für einen Tag. Ich habe es bislang wohl an keinem Ort so genossen dort zu sein!

Den nächsten Tag verbringen wir entspannt im Hostel. Während meine Schwester versucht Schlaf nachzuholen, sitze ich in der Hängematte und lese „The Journeyman“.

Abends gehen wir nochmals in unser Nachbarhostel zum Essen, wenn auch ohne Livemusik. Die ersten zwei Nächte haben wir uns noch an den Vorsatz gehalten, die Türe nachts zu schließen, doch in der dritten Nacht halten wir es nicht aus, lassen die Tür weit offen stehen und wachen am nächsten Morgen trotz Mückenspray komplett zerstochen auf. Mist.


Heute reise ich auch schon wieder ab. Für mich geht es wieder zurück nach Christchurch, meine Schwester bleibt noch einen weiteren Tag, bevor sie zurück nach Deutschland reist. Genauso unwirklich wie ihre Ankunft vor drei Wochen für mich war, genauso seltsam ist es sich jetzt wieder zu verabschieden mit dem Wissen, dass man sich wieder ein halbes Jahr lang nicht sehen wird. Ich habe die gemeinsame Zeit jedenfalls sehr genossen und sie hat uns noch enger zusammen geschweißt. Es war wunderbar die Erlebnisse mit jemandem zu teilen, den man so gut kennt. Zumal es die Idee meiner Schwester war auf die Fidschis zu fliegen. Vielen Dank dafür! :)
Ich kann jedem wirklich nur empfehlen einmal auf die Fidschis zu fliegen. Zu meiner positiven Überraschung sind die Inseln nicht umsonst so beliebt bei Touristen, es ist wirklich unglaublich schön hier! Natürlich, hat sich eine Reise auf die Fidschis gerade zu angeboten. Schließlich war ich ja sowieso schon „mal hier“ am anderen Ende der Welt. Nichts desto trotz überlegt es euch!
Und keine Sorge wegen der Sicherheit, die Polizei war immer anwesend 😉

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.