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Zurück in Christchurch muss ich mich wieder mit dem Gedanken abfinden, bald erneut arbeiten zu müssen. Nach knapp vier Wochen des Reisens, steht wieder Geld verdienen auf dem Plan. Nicht etwa, weil ich kein Geld mehr habe, sondern um genug anzusparen, um meine restliche Zeit nur noch durch die Welt zu ziehen. Zugegeben, dass ich meinen neuen Job gefunden habe, war ein Glücksfall…
Eine typische Reiseanekdote: Am letzten Abend vor unserem Aufbruch nach Christchurch, um unser Flugzeug auf die Fidschis zu besteigen, habe ich meinen Rucksack von unnötigem Unrat erleichtert. Dabei habe ich zwei meiner übrig gebliebenen Lebensläufe gefunden. Da wir sowieso nochmals in die Stadt gehen wollten, nehme ich sie mit und gebe sie in zwei Restaurants ab. Obwohl ich gedanklich gar nicht mit einer Rückmeldung gerechnet habe, erhalte ich zwei Stunden später einen Anruf mit der Einladung zu einem Probearbeiten. Nach dreieinhalb Stunden Arbeiten erhalte ich vom Manager das Angebot, nach meinem Aufenthalt auf den Fidschis zurück zu kommen und dann anzufangen. Tadaa – Neuer Job! Ok, das war wirklich überraschend – beim letzten Mal habe ich anderthalb Monate gebraucht, um einen Job zu finden, dieses Mal dauert es nicht einmal einen Tag. Versteh mal einer die Welt!
Jedenfalls sitze ich nach zwei Tagen Aufenthalt in Christchurch wieder mal im Bus nach Queentown. Christchurch gilt unter Backpackern (neben Auckland) als eine der eher unschönen Städte in Neuseeland. Bei Auckland stimme ich ohne wenn und aber zu. Bei Christchurch ist es so, dass immer noch viele Schäden durch das Erdbeben zu sehen sind. Die ganze Stadt ist eine Baustelle. Viele Gebäude wurden komplett abgerissen, daher gibt es Parkflächen im Überschuss, die seltsamer Weise trotzdem kostenpflichtig sind. Aber egal. Jedenfalls merkt man, dass die Anwohner versuchen, das Beste aus der Situation zu machen – Kunst und Graffitis an vielen Stellen, es wurde eine ganze Einkaufsstraße mit Geschäften und Cafés in verschiedenfarbigen Containern errichtet, was sogar einen gewissen Charme versprüht. Ich könnte schwören, dass ich davon Bilder geschossen habe, aber irgendwie sind die abhanden gekommen.
Während durch die Lautsprecher des Busses „Er gehört zu mir“ trallert (kein Witz), fahre ich zum vierten Mal am Lake Pukaki vorbei, dessen tyrkis-blaue Farbe immer noch anziehend wirkt. Nach erneut achtstündiger Fahrt bin ich trotzdem froh, als wir Queenstown erreichen und ich mich auf dem Weg zu meinem Hostel mache.

Die nächsten zwei Tage liege ich leider flach – wenn es heißt „Trinken sie kein Leitungswasser“, dann sollte man das auch befolgen, auch wenn man das Wasser nutzt um ein Getränk namens „Kava“ anzurühren… Mit zwei Tagen Verspätung fange ich jedenfalls an in einem chinesischen Schnellrestaurant zu arbeiten. Um Geld zu sparen, mache ich neben der Arbeit nicht viel Spannendes. Gelegentlich werde ich von verschiedenen Freunden besucht, die ich in Neuseeland kennen gelernt habe. Nebenbei informiere ich mich über Australien, was auch mein nächstes Reiseziel darstellt. Obwohl ich eigentlich dachte, ich würde hier ein Jahr bleiben, haben sich meine Pläne (wie so oft) geändert. Erst geht es nach Australien, dann wahrscheinlich Bali (Indonesien), danach Vietnam und Thailand. Aber das kann sich natürlich wieder alles ändern. 😉

Jedenfalls vergehen meine letzten Wochen in Neuseeland wie im Flug und plötzlich steht der Tag der Abreise an. Nachdem ich meinen Job beendet habe, genieße ich in den verbliebenen Tagen das Nachtleben in Queenstown. Die meisten meiner Mitbewohner, leben und arbeiten selber schon länger in der Stadt. Viele habe ich über die Wochen gut kennen gelernt, daher macht es natürlich noch einmal mehr Spaß mit solchen Leuten feiern zu gehen, als mit Personen, die man gerade erst kennen gelernt hat.

Nachdem ich mich von Allen verabschiedet habe, mache ich mich auf den Weg zum Flughafen. Queenstown selbst hat nur 13.000 Einwohner…. aaaber einen internationalen Flughafen! 😀 Naja, ich möchte mich natürlich nicht darüber beschweren. Ansonsten müsste ich mich wieder acht Stunden in den Bus setzen, um nach Christchurch zu gurken.
Sich von meinen Mitbewohnern und Freunden zu verabschieden, war genauso surreal, wie der Abschied aus Deutschland. Ich konnte einfach nicht begreifen, dass „es jetzt halt los geht“. Es wird auch noch einige Tage dauern, bis ich das ernsthaft begreife. Das Leben hier ist für mich in den letzten acht Monaten zur Normalität geworden. In Hostels schlafen, mit dem Bus fahren oder das Trampen – das Alles ist zu meinem neuen Alltag geworden. Es war bislang die beste und spannendste Zeit meines Lebens und natürlich hoffe ich, dass die nächsten Monate noch daran anschließen können.
Aus dem Fenster des Flugzeugs werfe ich einen letzten Blick auf Queenstown am Ufer des Lake Wakatipu, im Hintergrund die Berge. Dann schießen wir durch die Wolkendecke und ich muss mich von Neuseeland verabschieden. Ich werde definitiv hier her zurückkehren, aber das wird wahrscheinlich noch mehrere Jahre dauern. Zunächst stehen noch andere Länder auf der Liste. Als erstes kommt Australien. Melbourne ich komme!

Die nächsten Beiträge werde ich unter dem Kürzel AUS veröffentlichen.

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.