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Ich bin aufgeregt – obwohl ich mittlerweile schon seit acht Monaten reise, bin ich aufgeregt. Natürlich ist es eine gute Art der Nervosität. Was wird mich in Australien erwarten? Kann es mit Neuseeland mithalten? Möchte ich die Länder überhaupt vergleichen, oder lieber beide getrennt betrachten?
Voller Erwartungen lande ich am späten Nachmittag nach dreieinhalb Stunden Flug in Melbourne. Ich habe auch immer gedacht, dass die beiden Länder doch relativ nah beieinander liegen, aber da habe ich mich geirrt. Außerdem gibt es einen Zeitunterschied von zwei Stunden, was ich in den nächsten Tagen auch noch merken werde. Im Anschluss an die Fahrt mit dem Shuttlebus in die Stadt folgt das übliche Prozedere, das ich immer abarbeite, wenn ich in einer neuen Stadt ankomme. Zum Hostel laufen und einchecken, eine Karte schnappen und den nächsten Supermarkt finden, mich mit Lebensmitteln eindecken und etwas kochen. Danach mit den Leuten im Hostel reden, um mehr über die Stadt zu erfahren und einen Plan für die nächsten Tage zu schmieden. Gesagt, getan.

Großartig an Melbourne finde ich zunächst, dass die Tram im Stadtzentrum kostenlos ist, was mir viel Rennerei erspart. Ich gehe gerne wandern, aber dabei bevorzuge ich eher ländliche Gegenden und weniger urbane. Mit der Tram geht es jedenfalls zum Zentrum, von wo aus ich Richtung Süden laufe. Sofort fallen mir die vielen Straßenkünstler sowie die Architektur ins Auge. Direkt neben alten Kirchen stehen hochmoderne Bürogebäude. Selten habe ich eine so stimmige Kombination gesehen, mit einem derartigen Kontrast. Ich schlendere vorbei an asiatischen Schnellrestaurants und Didgeridoo-„Spielern“ bis zur Hosier Lane, meinem ersten Ziel. Jetzt kann man ja von Graffitis halten was man will, Ich persönlich sehe wenig Sinn darin, sein Namenskürzel auf fremde Häuserwände zu schmieren, aber was man hier entdecken kann, empfinde ich als Kunst. In der Hosier Lane können Künstler ganz legal die Wände für ihr Handwerk benutzen.

Ich war zufällig drei Tage hintereinander in der Straße und sie sah jedes Mal anders aus! Fast unmittelbar neben dieser relativ neuen Kunstform, befindet sich die St. Paul Cathedral, die wohl bekannteste Kirche Melbournes.

Als ich weiter Richtung Federation Square ziehe, laufe ich zufällig in ein multikulturelles Festival. Auf drei Bühnen wird Musik aus allen Ecken der Welt gespielt, dazu gibt es Köstlichkeiten von schätzungsweise 15 verschiedenen Verkaufswagen. Von nepalesischen Snacks bis französischem Fondue ist alles dabei. Auch wenn ich das nicht geplant habe, so verbringe ich den Rest des Tages hier und entspanne.


Am nächsten Tage treffe ich mich mit einer Freundin, die ich in Neuseeland kennen gelernt habe und die zufällig ebenfalls in Melbourne ist. Die Welt ist wirklich ein Dorf! Witziger Weise ist es gar nicht so seltsam sich wieder zu sehen, da wir uns zuletzt vor knapp zwei Monaten Mal in Queenstown getroffen haben.


Im Hostel lerne ich den Südkoreaner Paul kennen. Da wir ungefähr die gleichen Sehenswürdigkeiten besuchen wollen, beschließen wir, zusammen los zu ziehen. Tags drauf wird der Plan in die Tat umgesetzt. Zuerst zeige ich ihm die Graffitis in der Hosier Lane und auch er zeigt sich begeistert davon. Danach geht es zum Shrine of Remembrance, ein Denkmal für die gefallen Soldaten in den beiden Weltkriegen. Vom Dach aus hat man zusätzlich einen schönen Ausblick auf die Skyline der Stadt.


 

An meinem letzten Tag in Melbourne fahre ich noch zur National Art Gallery, wo ich unter anderem eine Ausstellung von Andy Warhol und Ai Weiwei besuche. Ich bin weiß Gott kein Kunstexperte, aber die Arbeit des regimekritischen Chinesen schaue ich mir gerne an, wenn sich mir die Chance bietet.

Nach vier Tagen voller Kultur ziehe ich mein Fazit: Melbourne ist definitiv einen Besuch wert! Diese multikulturelle Stadt hat viel Kunst, Architektur und gute Restaurants zu bieten. Da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.
Eine kleine Geschichte noch zum Abschluss: Bevor ich nach Melbourne geflogen bin, habe ich auf Couchsurfing.org nach Leuten gesucht, auf dessen Couch ich umsonst übernachten kann. Leider habe ich nur Absagen erhalten, was meistens daran lag, dass die Couch schon belegt war. Am gleichen Wochenende meines Aufenthaltes fand auch ein Formel 1 Rennen statt, weswegen es durchaus voll in Melbourne war. Jedenfalls hat mir ein Couchsurfer eine Nachricht geschickt (sinngemäß):
„Hallo Alex,
leider ist meine Couch schon besetzt, trotzdem viel Glück!
Noch ein Tipp: Wenn du eine besondere Toilette sehen möchtest, dann gehe zum Sofitel Hotel und fahre in den 35. Stock…..“

Er hatte Recht 😀

Als nächstes fahre ich nach Canberra – der bei Backpackern unbeliebten Hauptstadt. Warum? Das erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.