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Obwohl mich wirklich viele Backpacker gefragt haben, warum ich denn nach Canberra fahren möchte, so habe ich mich doch dazu entschieden, die Hauptstadt zu besuchen. Zum einen, weil die Stadt zwischen Melbourne und Sydney liegt und sich damit perfekt zum Zwischenstopp eignet, zum anderen, weil es nun mal die Hauptstadt ist und ich finde, da kann man doch mal vorbeischauen.

Als ich am Morgen gerade noch meinen Bus erwische, bin ich noch voller Vorfreude auf die Fahrt. Als letzter Gast steige ich in den Bus, da ich den Fußweg zur Busstation doch etwas unterschätzt hatte. Kurze Zeit später schließt sich die Tür und wir verlassen Melbourne. Wie ich bereits erwähnt habe, genieße ich mittlerweile Busfahrten, da man einfach mehr vom Land sehen kann. Was mich jedoch heute erwartet, überrascht dann doch. Neun Stunden lang darf ich mir ausgetrocknete Felder und verbrannte Erde anschauen – das war’s. Neun Stunden lang…. Um die Zeit der Fahrt einigermaßen sinnvoll zu nutzen, hole ich noch etwas Schlaf nach, da die letzte Nacht kürzer ausgefallen war, als geplant.
Dementsprechend erleichtert steige ich dann aus dem Bus, bevor ich mich auf den Weg zu meinem neuen Hostel mache. Ich möchte an dieser Stelle gar keine große Werbung machen, aber mit den YHA-Hostels war ich bislang immer zufrieden! Jedes Mal komme ich gerne in ein Hostel dieser Kette zurück, es ist sauber und man fühlt sich wohl. Langsam habe ich es nämlich ein wenig satt in den letzten Drecksbuden abzusteigen. Da investiere ich lieber 3-5$ pro Nacht mehr und dafür fühle ich mich wohl. Man wird ja auch nicht jünger 😉
Jedenfalls ist das YHA in Canberra im Vergleich zu meinem letzten Hostel in Melbourne eine Wohltat – eine große, gut eingerichtete, helle Küche, saubere Badezimmer und Betten, die nicht zu kurz sind.
Zu meiner großen Freude entdecke ich einen Aldi mit „Aldi-Preisen“! Wenn man für einen kompletten Einkauf nur 20$ statt 30$ bezahlt, löst das durchaus Freude aus.
Zurück im Hostel treffe ich Hester, die ich in Neuseeland kennen gelernt habe. Zusammen haben wir schon bei Talley’s als Muschelöffner gearbeitet bevor wir zusammen über die Südinsel gereist sind. Das letzte Mal habe ich sie in Queenstown getroffen, als sie mich besucht hat. Jedenfalls ist sie jetzt schon die zweite Person aus Neuseeland, die ich hier wiedertreffe.

Zusammen mit ihr und Veronika, einer Elektrotechnik-Studentin aus Deutschland, ziehe ich am nächsten Morgen los um die Stadt zu erkunden. Canberra ist, was viele nicht wissen, die Hauptstadt Australiens. Trotzdem ist die Stadt bei Backpackern unbeliebt. Die komplette Stadt wurde während eines Design-Wettbewerbs entworfen. Dementsprechend sieht der Grundriss der Stadt aus, als wäre er am Reißbrett entstanden – was ja auch der Fall ist. Dadurch entsteht ein durchaus interessantes Bild, aber die Stadt hat einfach null Charme. Da ich zusätzlich über das Osterwochenende in Canberra bin, haben alle Beamten das verlängerte Wochenende genutzt und sind aus der Stadt geflüchtet. Dementsprechend sind die breiten Straßen, Parks und Alleen komplett leer gefegt. Irgendwie erinnert mich das an die UdSSR – die ganze Architektur ist durchgeplant, trotzdem (oder gerade deshalb) sieht es etwas deprimierend aus. Aber ich möchte jetzt nicht alles schwarz malen.
Zunächst gehen wir zum Australian War Memorial – eine der vielen Gedenkstädten für die beiden Weltkriege und zusätzlich Museum über die militärische Historie des Landes.

Liste Gefallener Soldaten im zweiten Weltkrieg

Danach steigen wir auf den Aussichtspunkt, der sich hinter dem Australian War Memorial befindet. Nach 45 Minuten Aufstieg kommen wir völlig außer Atem oben an. Die Aussicht macht die Anstrengung jedoch wieder wett.

Auf dem Foto erkennt man auch ein Merkmal der städtischen Architektur; Der Aussichtspunkt, das Australian War Memorial, die Anzac Parade, das alte und neue Parlament liegen exakt in einer Flucht.

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Am nächsten Tag ziehe ich mit Hester alleine los, da Veronika schon früh morgens das Hostel verlässt, um sich die Parlamente anzuschauen. Wie brave Hauptstadttouristen dackeln auch wir in Richtung des Parlamentgebäudes. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher in die National Gallery of Australia und in National Library of Australia wo wir zu Mittag essen. Noch nie war ich in einer so beliebten Bibliothek und das Angebot des Restaurants ist wirklich gut. Die Leute stehen in einer Warteschlange, um hier essen zu können – unfassbar. Ich könnte an dieser Stelle natürlich genau beschreiben wie schön, interessant und beeindruckend die Stadt ist – und im Grunde ist sie das auch – allerdings merke ich, dass langsam mein Bedarf an Kunst und Historie gedeckt ist. Überraschend halbherzig schaue ich mir die Gemälde und Skulpturen an. Auch wenn ich immer noch beeindruckt davon bin, wie alt und gut erhalten manche Ausstellungstücke sind, besonderes Interesse löst es derzeit nicht bei mir aus. Vielleicht muss ich mich etwas anderem zuwenden, wieder mehr raus in die Natur. Vielleicht liegt es auch nur an Canberra. Auch die beiden Parlamente (das alte und neue) schaue ich mir zwar an, aber irgendwie fühle ich mich hier fehl am Platz.

Ja, die sind hier heimisch


Ich bereue es wirklich nicht nach Canberra gefahren zu sein… Allerdings kann man es sich auch sparen 😀 Es ist eine Hauptstadt mit wenig Charme. Sauber, ordentlich, halbwegs modern, aber null Charme. Als Zwischenstopp war es ok. Es kann ja nicht alles immer super sein. Am nächsten Morgen fahre ich zusammen mit Hesther nach Sydney – eine Stadt, an die ich große Erwartungen stelle. Jedoch bin ich bei Sydney etwas optimistischer, dass ich nicht enttäuscht werde, da ich schon viel Gutes gehört habe.

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.