Blogventure – We blog our adventure
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Obwohl mir Sydney als Stadt echt gut gefällt, muss ich mal rausfahren. Nachdem ich tagelang nur Verkehr, gestresste Leute und Hochhäuser gesehen habe, ist es Zeit, etwas Neues zu sehen. Dazu bietet sich der Bondi Beach, der bekannteste Strand der Stadt, gerade zu an.
Nach anderthalb Stunden im klimatisierten Bus, komme ich mit Hester an der Promenade des bekannten Strandes an. Während uns schon braun gebrannte Leute mit Surfbrettern entgegenkommen, creme ich mich erst einmal ein, denn die Sonne brennt hier wirklich unfassbar stark. Nach wenigen Metern erreichen wir einen kleinen Übersichtspunkt und die Aussicht zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht.

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Während im Zentrum der Promenade vor allem Cafés und Kleidungsgeschäfte geöffnet sind, befinden sich am anderen Ende der Bucht vorwiegend Wohnhäuser, von denen ich zurzeit nur träumen kann!

Für etwa zwei Stunden spazieren wir den „Eastern Beaches Costal Walk“ entlang, bevor es zurück in das Hostel geht.

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Blue Mountains die Erste

Schon am frühen Morgen verlassen wir das Hostel, um den Bus in die Stadt zu nehmen. Zu unserer Überraschung stimmt der Fahrplan an der Haltestelle nicht mit den Angaben bei Google überein. Dementsprechend müssen wir länger auf den Bus Richtung Hauptbahnhof warten. Als wir schließlich im Bus sitzen wird Hester schon ganz nervös, da sie bezweifelt, dass wir den Zug noch rechtzeitig erreichen werden.
„Entweder wir bekommen den Zug, oder halt nicht“, entgegne ich ihr gelassen. Ich habe wirklich gelernt die Dinge entspannter zu sehen. Wenn man hier einen Zug oder Bus verpasst, dann nimmt man halt den nächsten. Wenn ein Hostel nicht verfügbar ist, ruft man das nächste an. Wenn das Auto einen Schaden hat, lass es reparieren und ärgere dich nicht lange. Man kann dann sowieso nichts mehr daran ändern.

Im Allerletzten Moment springen wir in den Zug, der sich, noch während wir einen freien Sitzplatz suchen, in Gang setzt. Nach unserem Sprint zum Gleis, gehen wir völlig außer Atem in das nächste Abteil, wo wir schließlich fündig werden.
Nach knapp zweieinhalb Stunden Fahrt erreichen wir Wentworth Falls. Da wir uns erst gestern für den Ausflug in die Blue Mountains entschieden haben, wusste wir überhaupt nicht, was man in diesem Gebirge so alles unternehmen kann, geschweige denn, wo wir aussteigen könnten. Daher müssen wir uns noch während der Fahrt für unseren Stopp entscheiden. Man bezahlt in Sydney nicht im Voraus für die gewünschte Strecke, weswegen wir uns so einen Spaß erlauben können. Im Gegensatz zu den meisten Backpackern und Touristen steigen wir schon eine Station früher als sonst üblich aus, um den „breiten Massen“ zu entgehen. Außerdem sollen die Wentworth Falls ebenfalls einen Besuch wert sein.
Wieder erreichen wir gerade noch so den Anschlussbus, mit dem wir dann Richtung Wasserfälle aufbrechen. Nach weiteren 10 Minuten Fußweg erreichen wir schließlich die eigentlichen Blue Mountains mit Aussicht auf die Wentworth Falls.

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Nachdem wir für einige Momente die bombastische Aussicht genossen haben, wandern wir weiter zu den Wasserfällen. Von hier aus schlängelt sich ein Wanderpfad die steile Bergkante hinab, die von Hand in den Stein geschlagen wurde. Nichts für Schwache Nerven!

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Von unten sieht der Wasserfall doch auch nicht schlecht aus, oder?

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Obwohl ich dachte, dass am unteren Ende des Wasserfalls Schluss sei, zieht sich der Wanderweg immer weiter den Hang hinunter. Es wird sogar so steil, dass man Leiter hinabsteigen muss!

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Da freue ich mich ja jetzt schon auf den Aufstieg! 😀
Irgendwann hört der Abstieg auf und wir stiefeln für etwa eine Stunde über Stock und Stein durch den Wald. Ich bin nass geschwitzt und mein Herz pocht wie verrückt in meiner Brust.

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Nach weiteren anderthalb Stunden kommen wir wieder oben an und ich bin völlig fertig mit der Welt! Es ist das erste Mal, dass eine Strecke als „hart“ eingestuft wurde und es meiner Meinung nach auch verdient. So viele keuchende Menschen habe ich zuletzt beim Marathon in Bonn gesehen. 😀
Da von hier aus kein Bus in das benachbarte Leura fährt, müssen wir wohl dorthin laufen. Während die Sonne ihren Zenit erreicht hat, setzen wir komplett geschwitzt einen Fuß vor den anderen, um unser nächstes Ziel zu erreichen.

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Irgendwann erreichen wir die Wohngegend von Leura und zum ersten Mal seit anderthalb Jahren sehe ich bunte Blätter an Bäumen hängen.
„Gott wie habe ich den Herbst vermisst“, denke ich mir.
Auch wenn man es den Temperaturen nach nicht wirklich merkt, hier ist gerade Herbst. An den Bäumen erkennt man es jedenfalls und wirklich, ich habe den Herbst vermisst. Daher zaubert mir der Anblick auch direkt ein Lächeln ins Gesicht und erleichtert die anstrengende Wanderung.

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Nachdem wir uns die „Leura Cascades“ angeschaut haben, müssen wir leider wieder nach Sydney fahren, da es bald dunkel wird.

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Allerdings beschließen wir noch während dem Fußweg zum Bahnhof, in zwei Tagen nochmals hierhin zu fahren, da es uns so gut gefallen hat und wir noch nicht alles gesehen haben. Während wir durch die Ortschaft Katoomba laufen, entdecken wir selbst hier noch ein wenig Straßenkunst.

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Blue Mountains die Zweite

Gesagt, getan. Heute besuchen wir den eher touristischen Teil der Blue Mountains. Anfangs wandern wir entlang eines kleinen Trampelpfades immer an der Kante des Abgrundes entlang. Glücklicher Weise sind hier kaum Leute.

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Erst als wir zu den „Three Sisters“ nähern, treffen wir vermehrt andere Wanderer. Auch wir können uns nicht ganz dem populärsten Punkt des Gebirges entziehen und so befinden wir uns plötzlich zwischen Tagestouristen, Naturfreunden und chinesischen Reisegruppen, die alle ein Foto im Selfie-Format schießen wollen.

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Obwohl sich die Aussicht zum Vortag nicht wiiiirklich geändert hat, bin ich trotzdem begeistert. Eine solche Landschaft finde ich tausendmal schöner als die kargen, steppenartigen Felder im Südosten des Landes, die ich während meiner neunstündigen Busfahrt nach Canberra ausführlich begutachten durfte.
Nachdem wir noch einen letzten Aussichtspunkt besucht haben, treten wir erneut die Heimreise an.

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Erschöpft aber glücklich erreichen wir abends wieder unser Hostel. Obwohl sich die Zustände immer noch nicht verbessert haben, fange ich an das Hostel zu mögen. Ich kann es selbst kaum glauben. Anscheinend kann man sich an alles gewöhnen. Als ich später einem Freund über die Zustände mein Leid geklagt habe, meint er nur:
„Das hört sich an, wie jedes Hostel, in dem ich war.“
Das weckt ja Hoffnung. 😀 Nichts desto Trotz würde ich am liebsten meine derzeitige Unterkunft sofort verlassen, allerdings muss ich noch auf meine neue Kreditkarte aus Deutschland warten, da meine Bank meine aktuelle Karte aus einem mir unbekannten Grund gesperrt hat. Gott sei Dank bin ich noch im Besitz einer neuseeländischen Bankkarte, sonst wären die Dinge wirklich kompliziert geworden!

 


 

Dienstagmorgens wache ich auf und der Blick richtet sich auf mein Handy: „Ihr Paket wurde um 09:22 zugestellt“. Ich steige die Treppe hinauf, schlendere voller Freude zur Rezeption und durchforste den Poststapel. Nichts dabei, kein Umschlag.
Da die Rezeption – wie so oft – ohne Grund nicht besetzt ist, schnappe ich mir Hester und gehe auswärts frühstücken. Ein Blick auf mein Konto hatte mir Hoffnung gemacht; Australien ist nicht so teuer, wie ich erst angenommen hatte. Da kann man sich mal etwas gönnen. Und wirklich, obwohl es nur ein belegtes Sandwich und ein Kaffee ist, es fühlt sich unfassbar gut an und geradezu luxuriös an sich nicht um das Frühstück kümmern zu müssen. Zumal ich langsam von Haferflocken mit Wasser oder Weißbrot mit Marmelade die Nase voll hab. Ja, Backpacken mit wenig Geld ist im wahrsten Sinne des Wortes kein Zuckerschlecken.
Noch während ich meinen Kaffee genieße, schiebt sich eine Sorgenfalte zurück in mein Gesicht. Wo ist meine Kreditkarte? Warum war sie nicht bei der übrigen Post? Wie lange würde sonst mein Bargeld noch reichen? Wie lange könnte ich mit dem Geld des neuseeländischen Kontos auskommen? Muss ich danach nach Hause fliegen? Ich werde doch etwas nervös. Mir ist schon einmal ein Paket bei der Post abhanden gekommen. Etwas schnelleren Schrittes laufen wir zurück zum Hostel, wo ich erneut alle Briefe und Umschläge überprüfe. Immer noch nichts. Ich drehe mich zum Rezeptionisten und frage nach.
„Tut mir leid, für Alexander Hürzmaaan haben wir nichts. Aber für G-g-guuüünteer Hürzmaaan.“
„Ahhh – Günter Hirzmann, das ist mein Vater. Er hat den Umschlag aufgegeben“, erwidere ich erleichtert.
„Puh, das vereinfacht die Reise“, denke ich mir nur, als ich meine heiß ersehnte Zusendung entgegennehme.

 


 

Zwei Tage später…

„Ich stehe schon an der Tanke“ lese ich als letzte Nachricht auf dem Display meines Handys. Mein Blick hebt sich Richtung Zapfsäule, als plötzlich Olli breit grinsend und mit offenen Armen auf mich zu läuft.
„Wie cool, dass du endlich hier bist“ freut er sich, während wir uns in den Arm nehmen.
„Auf diesen Moment habe ich lange gewartet“, entgegne ich ihm glücklich.
Seit fast 13 Jahren kennen wir uns jetzt schon, aber ich habe mich noch nie so sehr gefreut ihn wieder zu sehen. Auch er hat sich mittlerweile einen Bart stehen lassen. Er sieht älter aus, aber auch erleichtert und glücklich.
Mit ihm und Marco, den ich schon seit dem Kindergarten kenne, werde ich wahrscheinlich die nächsten Wochen zusammen die Ostküste hinauf fahren. Das kann was werden 😀
Änderungen – wie immer – vorbehalten 😉

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.