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Zwei Tage verbringe ich bei Olli und Marco und dabei lerne ich auch alle anderen Deutschen kennen, mit denen die Beiden in den letzten Monaten zu tun hatten. Es ist unglaublich wie viele bekannte Gesichter aus Deutschland ich wiedertreffe. Avalon scheint eine neue deutsche Kolonie zu sein.

Wieder einmal steht ein Roadtrip vor der Tür: Vier Wochen lang fahre ich mit zwei meiner engsten Freunde die Ostküste Australiens hinauf. Durch staubige Steppen, auf endlosen Highways in sengender Hitze, zu wunderschönen Stränden und Wasserfällen, bis in den tropischen Nordosten des Landes. Die nächsten Vier Wochen werden uns alles abverlangen. Eine emotionale Achterbahn zwischen euphorischen Hochmomenten und niederschlagenden Tiefpunkten. Denn – und so viel kann ich vorweg nehmen – es ging beinahe täglich etwas schief.
Obwohl wir uns vorgenommen hatten früh loszufahren, verlassen wir die Gegend erst gegen 15:00 Uhr – war ja klar. Ich möchte mich aber nicht beschweren. Wir sind nur spät dran, weil wir noch zum Bodysurfen an den Strand gefahren sind und danach mussten wir uns noch von den Anderen verabschieden.

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Mit Marco, Olli und zwei weiteren Deutschen machen wir uns auf den Weg in die Blue Mountains. Hey, schon wieder Blue Mountains! Ok, es ist aber auch echt eine schöne Gegend.

 


 

Blue Mountains die Dritte

Als die Sonne langsam untergeht, erreichen wir das bekannte Gebirge. Im Stile eines Reiseführers zeige ich den Jungs die besten Aussichtspunkte und auch sie zeigen sich begeistert von der Aussicht.

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Als wir unseren Schlafplatz erreichen, ist es bereits stockfinster. Man kann den vor sich liegenden Abgrund nur erahnen. Da alle anderen schon in ihren Autos liegen, sitze ich später mit Marco alleine auf einer Holzbank. Anscheinend hören sie aber noch Musik. In diesem Glauben bleiben wir jedenfalls, bis wir uns selbst schlafen legen wollen und an die Autos herantreten. Denn die Musik schallt von einer anderen Quelle aus. Wir horchen genau hin, schauen uns um und treten an den Abgrund. Es ist pechschwarz, man kann nichts erkennen.
„Soweit ich weiß, befindet sich dort nur unberührter Wald“, merke ich an.
„Woher kommt dann die Musik?“, schaut mich Marco zweifelnd an.
Als wir am nächsten Morgen die Aussicht genießen, erkennen wir weder Menschen noch Zelte, keine Häuser, kein Anzeichen von Zivilisation in unserer Sicht. Ok, das ist seltsam…

 


 

Das Leben auf der Straße

Ab sofort wird sich das Reisen für mich grundsätzlich ändern. Wir sind mit dem Auto unterwegs, allerdings leben wir von jetzt an auch darin. Das heißt: Es gibt kein bequemes Bett mehr, kein fließend Wasser, Toiletten und Duschen müssen jeden Tag aufs Neue gefunden werden und unsere Mahlzeiten werden noch etwas einfacher ausfallen als bisher. Ich gebe das Leben in Hostels auf und lebe ab sofort auf der Straße. Mehrbettzimmer wird eingetauscht gegen Campingplatz, Gemeinschaftsküche gegen Campingkocher und der schützende Kokon eines Hauses gegen die Freiheit hinfahren zu können, wohin man möchte.

„Lass uns einfach mal losfahren, wir schauen dann wo wir anhalten können“, meint Olli am nächsten Morgen.
Ok, das klingt nach einer guten Idee. Allerdings stellt sich die Suche nach einem Badesee oder einem anderen Ort zum Entspannen schnell als schwierig heraus. Nachdem wir den ganzen Tag in brütender Hitze herumgefahren sind, kommen wir um 18:30 Uhr endlich an! Sofort springen wir ins kühle Nass, unter den leicht schrägen Blicken von den am Ufer liegenden Familien. Ich weiß gar nicht, was sie haben. Als hätten sie noch nie fünf erwachsene Männer laut lachend in einem See planschen gesehen. 😉

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Nachdem wir uns von unseren Mitreisenden verabschiedet haben, fahren wir weiter Richtung Nordosten, mitten in den Wald, wo sich der nächste kostenlose Campingplatz befindet. Es ist bereits 22:00 Uhr als wir die Ortschaft Higher MacDonnald passieren. Die asphaltierte Straße haben wir schon vor 20km gegen eine Schotterpiste eingetauscht. Aber keine flache Schotterpiste, sondern eine mit fünf Zentimeter tiefen Rillen, weswegen das ganze Auto wie verrückt vibriert. Ich werde noch wahnsinnig. Erleichtert steigen wir später aus dem Auto. Schnell das Camp aufschlagen, was futtern und dann schlafen. Da wir keine Lust haben zu kochen, gibt es belegte Brote. Und da ich nicht mehr bei den zwei anderen Deutschen im Auto nächtigen kann, muss ich wohl oder übel das Zelt aufschlagen. Auf eine Matratze wurde aus Kostengründen verzichtet. Obwohl es tagsüber sehr warm ist, wird es nachts im Gebirge überraschend kalt.

Nachdem wir uns am nächsten Morgen den letzten Frost aus den Gliedern geschüttelt haben, fahren wir wieder los.

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Den Tag verbringen wir wieder weitestgehend im Wagen, bis wir schließlich an einem Rastplatz Halt machen, der gefühlt noch weiter im Nirgendwo liegt. Wir nehmen uns vor, in den hiesigen Pub zu gehen, um mit den Anwohnern in Kontakt zu kommen. Leider geht der Plan nicht ganz auf, da die Wirtschaft schon um 21:00 Uhr geschlossen wird. 😀
Wir sitzen noch zusammen im Kreis, als wir auf einmal einen Zug keine 15 Meter neben uns vorbeirauschen sehen. Wir haben kaum bemerkt, dass wir so nah an der Bahn gecampt haben. Nachts hält mich der vorbei fahrende Verkehr wach. Als ich bemerke, dass das untere Ende meines Schlafsacks nass ist, springe ich noch schnell raus, verstaue unsere Lebensmittel sicher in den Boxen und werfe eine Plane über mein Zelt, dessen Standhaftigkeit gegenüber Regen ich doch stark anzweifle. Morgens kommen zwei streunende Hunde auf uns zu, bis sie schließlich weiterziehen, als wär es das Normalste auf der Welt. Was für komische 24 Stunden…
Ok, genug vom Inland fürs erste – ab an die Küste. Nachdem wir zwei Tage fast ausschließlich im Auto saßen, müssen wir mal wieder was sehen. Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Erster Stopp – Port Maquarie. Hier kann man nicht nur super im Meer schwimmen, hier gibt es auch endlich wieder eine anständige Dusche und nicht nur ein Bad im See bzw. Meer. Was für eine Wohltat. Das wird wohl ab sofort zum Alltag gehören.

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Anschließend geht’s noch schnell zum Leuchtturm.

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Im Anschluss fahren wir wieder den nächstgelegenen, kostenlosen Campingplatz an. Hier lernen wir auch endlich andere Leute kennen und sind nicht alleine. Selbst dem einsetzenden Regen können wir trotzen, da wir endlich einen Unterschlupf haben, in dem wir auch kochen können. Lange bin ich jedoch nicht wach, da die letzten Tage – vor allem die Autofahrten – geschlaucht haben. Die Idee einfach loszufahren, ohne irgendein Ziel zu haben, hat sich als eher nicht erfolgreich herausgestellt. Wenigstens sind sich alle einig, dass wir das ändern müssen.
Also, was machen wir als nächstes? Wie wäre es mit Klippenspringen?

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.