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Wie die meisten Menschen wohl wissen, ist Australien groß, ziemlich groß sogar. Daher muss man, wenn man das Land bereisen möchte, immer sehr viel Zeit für die Autofahrten einplanen. Im Durchschnitt sitzen wir täglich fünf Stunden im Wagen, was eigentlich ok ist. Das Einzige was uns daran stört, ist die Tatsache, dass man nicht mehr so viel vom Tag übrig hat.
So kommen wir auch heute erst um 17:00 Uhr in Yamba an. Der kleine Küstenort, der klingt wie ein bekannter Klingeltonanbieter, ist für seine Klippen bekannt, von denen aus man super ins kalte Nass springen kann. Zunächst entdecken wir eine kleinere Klippe, an dessen oberen Ende schon Kinder sich miteinander messen. Nachdem auch wir uns ein paar Mal von dort hinunter gestürzt haben, kommen uns aber doch Zweifel, ob wir hier richtig sind.

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„Das kann doch jetzt nicht schon alles sein, oder?“ fragt Marco.
„In der Beschreibung stand etwas von „bis zu 16 Metern““ fügt Olli hinzu.
Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut und einen Herren nach dem Weg gefragt haben, finden wir unsere Klippe. Bis zu 16 Metern hoch – wirklich beeindruckend. Ok, wer springt zuerst?
Die große Herausforderung beginnt schon vor dem Sprung in die Tiefe. Man muss nämlich zunächst die fast vertikale Klippe hinauf klettern. Nachdem man also zuerst durch das Wasser geschwommen ist, muss man den steilen Weg mit nassen Händen und Füßen besteigen, ohne dabei aus zu rutschen. Nur wenige Punkte gibt es, an denen man sich wirklich festhalten kann. Olli schafft es als Erster bis nach oben, als Zweiter erreicht Marco mit etwas Hilfe den Absprungort. Und ich? Naja, nach etwa fünf Metern merke ich doch, dass meine Höhentauglichkeit da nicht mitspielt. Ich kann von fast 5000 Metern mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springen, aber eine 12 Meter hohe Wand hoch zu klettern, das ist zu viel! Verrückt. Jedenfalls springe ich ab der Hälfte runter und lasse den anderen den Vortritt, während ich als Kameramann fungiere. Man muss wissen, wo seine Grenzen liegen. Natürlich werde ich mich darüber im Nachhinein noch ärgern, vor allem da ich keine Probleme mit dem Runterspringen habe, sondern nur mit dem Hochklettern, aber sei’s drum.

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Nach zwei Sprüngen von etwa 12 Metern traut sich Olli noch auf die höchste Ebene mit schätzungsweise 16 Metern Höhe. Unter den Blicken von anderen Jugendlichen stürzt er sich in die Tiefe.

Momentaufnahme 1 (11.05.2016 08-55)

Abschließend machen wir noch einen Abstecher direkt zum Meer, um das Wetter noch zu genießen.

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Die Nacht verbringen wir wieder auf einem Campingplatz, allerdings dieses Mal direkt im Wald. Umzingelt von Bäumen und Dauercampern schlagen wir unser Nachtlager auf. Da es hier auf den Winter zugeht, wird es immer früher dunkel. Deswegen legt sich Olli nach dem Essen ins Auto zum Schlafen, während Marco und ich noch am Feuer sitzen. Nach einer halben Stunde erlischt die Feuerstelle und da wir beide zu faul sind um neues Holz zu besorgen, sitzen wir jetzt im stockfinsteren Wald. Lediglich eine Taschenlampe dient als Lichtquelle. Nachdem wir uns eine Zeit lang im Dunkeln unterhalten haben, hören wir ein Rascheln. Wir leuchten hin, nichts zu sehen. Jetzt ist ein Rascheln links von uns zu hören. Und dann rechts von uns. Wir leuchten nochmals, nichts zu erkennen. Wieder ein Geräusch direkt vor uns – wir erkennen endlich ein Wallaby. Das kleine artverwandte Tier des Kangurus  sitzt nur wenige Meter von uns entfernt und wir erschrecken uns erst zu Tode. Als wir es anleuchten, hüpft es zunächst wieder Richtung Wald. Weitere Minuten vergehen, bis wir wieder dieses Rascheln vernehmen. Natürlich handelt es sich wieder um eines dieser freundlichen Tiere. Doch dann vernehmen wir die Geräusche wieder aus drei unterschiedlichen Richtungen. Plötzlich sind wir von drei Wallabys „umzingelt“. Eigentlich muss man sich dabei wirklich keine Sorgen machen, da diese Tiere absolut friedfertig sind. Jetzt war es nur so: Wir saßen (nicht mehr ganz nüchtern) auf einer Lichtung mitten im Wald, die einzige Lichtquelle war unsere Taschenlampe, und jedes Mal, wenn man eines der Tiere angeleuchtet hat, sind die anderen beiden näher gekommen. Nachdem Marco mit laufender Handykamera eines der Tiere verfolgt hat, kommt er wieder zurückgelaufen mit den Worten: „Da waren rechts und links auf einmal noch andere Geräusche!“ Auch wenn wir vielleicht etwas überreagiert haben, wir sind daraufhin doch relativ zügig schlafen gegangen.

 


 

Byron Bay

Zwei Tage später kommen wir in Byron Bay an, einem Ort, von dem ich schon in Neuseeland gehört habe und der mir auch von meinem Cousin empfohlen wurde – er ist vor einem Jahr durch Australien gereist. Bekannt ist der Ort für sein Nachtleben und entspannte Cafés. Eine Partystadt mit besonderem Charme.
Nach der langen Autofahrt springen wir traditionell erst einmal ins Meer, um uns abzukühlen bevor wir weiter in die Stadtmitte fahren. Entlang der Straßen ziehen sich kleine Geschäfte, Cafés mit Jazz, Bars mit Reggae und Clubs mit drückenden Bässen. Musik und Kunst an jeder Straßenecke. Während wir Richtung Strand spazieren, kommen uns Leute in Batiktüchern, Straßenmusiker mit Gitarrenkoffern und jede Menge andere Backpacker entgegen. Zusammen mit Olli und dem besten Kaffee seit Tagen genieße ich den Sonnenuntergang an der beliebten Promenade der Kleinstadt.

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Die nächsten zwei Tage verbringen wir tagsüber im geliebten YHA-Hostel und bei Nacht ziehen wir durch die Stadt. Wir genießen es wirklich wieder in einem Hostel zu wohnen. Ein sauberes Badezimmer, eine warme Dusche und ein bequemes Bett können schnell als Luxus empfunden werden, wenn man nur im Auto lebt. Zudem haben wir endlich wieder eine voll eingerichtete Küche. Obwohl ich mir Mühe gebe, koche ich abends das schlechteste Essen meines Lebens. Keine Ahnung wie ich das geschafft habe, aber egal, der Hunger treibt es rein. Allgemein war es so, dass wir die letzten Tage kaum etwas gegessen haben. Morgens ein, zwei Brote, mittags nur einen Snack an der Autobahn und abends wurde dann endlich richtig gekocht. Oft war das ein Geduldspiel, bei dem wir völlig ausgehungert vor dem kochenden Essen saßen und warten mussten. Das war wirklich kein Spaß.

Am ersten Abend in Byron Bay gehen wir zuerst in eine Bar, wo wir mit drei Schwedinnen Jenga spielen – ich werde nie zu alt für das Spiel – bevor wir weiterziehen in einen der hiesigen Clubs. Als wir später in unser Hostel heimkehren, bin ich unfassbar glücklich, nicht wieder im Zelt ohne Matratze schlafen zu müssen.
Tagsdrauf zieht es uns in eine größere Bar, in der eine Reggea-Band ihr Bestes gibt. Auf der Tanzfläche sieht man Vertreter jeden Alters im Takt der Musik wippen oder tanzen. Da die gestrige Nacht doch ziemlich anstrengend war, lassen wir es heute etwas ruhiger angehen. Am meisten freue ich mich bei solchen Konzerten immer über die Frauen der Generation 40+, die tanzen wie 18-Jährige und die es einfach nicht kümmert, was andere Leute davon halten – klasse!

Nachdem wir die erste Woche etwas planlos durch Australien gefahren sind, waren die letzten Tage wesentlich erfolgreicher. 😀 Jetzt steht uns der Sinn nach etwas Entspannung…


 

Unser nächster Stopp wird Nimbin, ein Hippie-Ort, der nicht klischeehafter sein könnte: Shops mit Traumfängern, Reggea-Musik aus allen Ecken und jede Menge entspannte Leute. Da müssen wir hin!

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.