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Während wir die kurvige Straße Richtung Nimbin langfahren, bemerke ich, dass die Landschaft wesentlich grüner geworden ist – endlich! Man könnte fast meinen, wir wären in der Eifel 😀 Nach einstündiger Fahrt kommen wir im kleinen Örtchen Nimbin an. In dem 500-Seelen-Dorf befinden sich mindestens genauso viele Touristen wie Einwohner, darunter auch wir. Neben kleinen Geschäften mit Bob-Marley-T-Shirts und Traumfängern, gibt es Damen die uns die Karten legen oder besondere Teesorten verkaufen möchten.
Nachdem wir einen ersten Eindruck gemacht haben, fahren wir zu unserem etwas abgelegenen Hostel. Hier gibt es zwar nicht allzu viel zu tun, aber man kann unfassbar gut die Ruhe genießen. Also machen wir es uns erst einmal in den Hängematten gemütlich.

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Eigentlich machen wir auch nicht gerade viel in die nächsten zwei Tage. Einfach nur entspannen, Billard spielen, im Pool schwimmen und die Seele baumeln lassen.

DCIM100GOPROGOPR2339.Am Abend vor unserer Abfahrt entdecken wir einen platten Reifen am Auto, weswegen wir tags drauf zu einer Werkstatt fahren müssen, um das Problem zu lösen. Normaler Weise hätten wir es heute endlich einmal geschafft, früh los zu fahren, aber dank der Wartezeit vor der Werkstatt, kommen wir wieder erst am nachmittags in Byron Bay an. Hier treffen wir uns mit Till, den wir aus Avalon kennen. Der gebürtige Berliner und zwei weitere Deutsche begleiten uns für die nächsten Tage. Nachdem wir uns mit Lebensmitteln eingedeckt haben, fahren wir zu einer Art Wasserfall, der uns von Marcos ehemaliger Arbeitgeberin empfohlen wurde.

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Als es um die Suche nach einem kostenlosen Campingplatz geht, schlagen Olli und Marco einen See vor, an dem sie selbst schon übernachtet haben. Ok, worauf warten wir?
Als wir in die Einfahrt des Parks einbiegen, versperrt uns eine Schranke den Weg. „Wie, der Campingplatz ist geschlossen? Das ist doch ein öffentlicher Platz, warum baut man da eine Schranke hin? Jetzt können die Leute, die drinnen sind, ja auch nicht mehr raus bis morgen früh! Warum gibt es verdammt nochmal Öffnungszeiten?!“ klagen wir verständnislos.
Auf einem Schild lesen wir eine Telefonnummer, bei der man sich melden kann. Natürlich meldet sich keiner, als wir anrufen. Also müssen wir die Nacht auf dem Seitenstreifen vor der Schranke schlafen. Wenigstens kann ich in Tills Auto übernachten und muss nicht mehr mein Zelt aufbauen.


 

Am nächsten Morgen fahren wir schon früh zum See, wo wir auch den ganzen Tag verbringen und entspannen. Lediglich die Tatsache, dass Marcos Handy den Geist aufgegeben hat, ist ärgerlich. Dafür werden wir abends umso mehr vom Sonnenuntergang entschädigt.

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Noch nie in meinem Leben waren mir materielle Dinge so unwichtig, Momente mit meinen Freunden und Erfahrungen so wichtig. Wir schlafen im Auto und essen das billigste, was wir finden, doch wir sind glücklich. Mitten in der Natur, fernab von Lärm, Verpflichtungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Werden wir jetzt zu Hedonisten? Wir können machen, wozu immer wir Lust haben. Also wohin fahren wir?
Nachdem Till die zwei anderen Deutschen wieder an die Küste gefahren hat, anscheinend war das nichts für sie, beschließen wir, eine Zeit lang zu viert Richtung Norden zu reisen. Ok, wir brauchen einen Plan. Nachdem wir einen Tag wieder beim Automechaniker verbracht haben, wollen wir zunächst nach Fraser Island fahren, der größten Sandinsel der Welt, die äußerst beliebt bei Backpackern ist. Allerdings ist die Wettervorhersage so düster, dass wir uns dazu entschließen, zuerst etwas ins Outback und danach nochmals zur Küste zu fahren. Nach einem dritten Besuch beim Mechaniker, können wir endlich starten. Es war wirklich wie verhext, jeden Tag gab es ein anderes Problem.
Ohne ein genaues Ziel, aber dafür mit vollem Tank starten wir Richtung Westen, Richtung Outback. Auf staubigen Pisten fahren wir bis die Sonne den Horizont erreicht. Im Dunkeln erreichen wir einen Platz direkt neben der Straße, wo wir halten können. Zum Klang von Musik und mit billigem Weißwein betrachten wir die Sterne. Kaum ein vorbeifahrendes Auto stört uns dabei. Zu Wenige zieht es in das unbewohnte Gebiet jenseits der Küste. Wir können es kaum erwarten weiter zu fahren. Weg von all den Lichtern der Städte, weg von aller Lichtverschmutzung.
Als wir am nächsten Morgen versuchen das Auto zu starten, passiert… nichts. Die Batterie ist leer. Die Zündung war über Nacht eingeschaltet. Und beide Wagen haben kein Überbrückungskabel. Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Aber ich rege mich nicht lange auf. Wenn ich eins gelernt habe, dann dass es immer irgendwie weitergeht. Ärgere dich nicht über Dinge die du nicht beeinflussen kannst. Wenn das Wetter schlecht ist, verbringe deinen Tag mit etwas anderem. Wenn etwas nicht klappt wie geplant, mach einfach weiter. Wenn immer ein Problem auftaucht, ärgere dich nicht sondern löse es. Also… stelle ich mich an den Straßenrand und halte das nächste Auto an, was vorbeifährt. Und tatsächlich, sie können uns helfen. Fünf Minuten später ist das Problem gelöst. Dann kann es jetzt ja endlich weitergehen, weiter ins Nichts Australiens.

 


 

Wie weit werden wir fahren? Ich weiß es noch nicht. Wahrscheinlich fahren wir so lange, bis wir genug haben vom rostig-roten Sand Australiens. Was wird uns erwarten? Giftige Tiere, unberührte Natur und ein Lieferservice mitten im Nirgendwo.

 

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.