Blogventure – We blog our adventure
DCIM100GOPROGOPR1199.

Während ich neben Till im Van sitze und wir die letzten 200km unserer Strecke nach Cairns abfahren, lasse ich meine Gedanken noch einmal streifen.
Was habe ich hier erlebt? Sechs Wochen lang bin ich nun die Ostküste Australiens hinauf gereist. Gestartet im multikulturellen Melbourne, weiter in die perfekt aufgebaute Hauptstadt Canberra, danach in die pulsierenden Metropole Sydney, wo ich zwei langjährige Freunde getroffen habe, bis ins tropische Cairns, das nur noch wenige Kilometer entfernt ist. Während ich am Anfang ausschließlich im Bus unterwegs war, so bin ich später zusammen mit Olli, Marco und Till gereist. Es war definitiv die spannendste Zeit. Noch nie habe ich so lange in einem Auto geschlafen, geschweige denn gelebt. Es war ganz klar nicht nur bequem und schön. Wir waren immer auf der Suche nach Toiletten, Duschen und Steckdosen. Das Kochen war eine Herausforderung an sich, vor allem wenn man schon total ausgehungert ist, während man anfängt zu kochen. Und nachts konnte man kaum schlafen, da die Moskitos einen mit ihrem Summen wach gehalten haben. Das war im Übrigen wirklich kein Spaß und werde ich nicht vermissen. Aber dafür hatten wir vor allem eins: Freiheit. Wir konnten fahren wohin wir wollten, wann immer wir es wollten. Und das haben wir auch gemacht. Wir waren im Meer schwimmen, sind ins Outback gefahren, sind von Klippen gesprungen, waren Schnorcheln auf einer wunderschönen Insel und vor allem haben wir die Zeit genossen. Denn die Zeit ist meiner Meinung nach das wertvollste was wir haben. Ich habe gelernt, dass Geld beim Reisen ein Vorteil sein kann, schließlich muss man ja auch alles bezahlen können. Aber keine Zeit zu haben, das raubt mir jegliche Freude am Reisen. Besonders ist mir das bei Asiaten aufgefallen, die von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen, nur um drei Bilder zu schießen und danach in den Bus zurück zu laufen und weiter zu fahren. Das ist nichts für mich. Da schlafe ich lieber in einem Raum mit 7 anderen Menschen, spare das Geld und ziehe alleine los. Natürlich bin ich mir über die Vorteile einer geführten Reise im Klaren und auch ich nutze Bustouren ab und zu, allerdings soll es nicht zum Hauptbestandteil meiner Tour werden. Wenn ich einen Ort schön finde, dann möchte ich dort auch eine gewisse Zeit verbleiben und nicht von einem Führer wieder zurück in den Bus gerufen werden. Naja, jedenfalls hatte ich Australien damit keine Probleme und das war auf jeden Fall das, was ich am Meisten hier genossen habe: Meine Freiheit.
Die letzte Nacht verbringen wir wieder auf einem Campingplatz etwas abseits von Tumult der Stadt. Ein letztes Mal schlafe ich in Tills Van. Ein letztes Mal dusche ich unter einem Wasserkanister. Ein letztes Mal wache ich in Australiens Natur auf.

DCIM100GOPROGOPR3372.

Die Fahrt zum Flughafen vergeht schnell. Ich bedanke mich bei Till für die vergangenen Wochen, wünsche ihm alles Gute und betrete das Flughafengebäude.
So, wo geht es als nächstes hin? Um es kurz zu machen, ich fliege nach Bali. Warum Bali? Die Antwort ist ganz einfach. Während ich damals in Queenstown eines Abends auf eine Freundin gewartet habe, saß ich vor ihrem Hostel und hielt plötzlich eine Broschüre über Bali in der Hand. Die Bilder sahen schön aus, ich hatte schon viel Gutes über die Insel gehört, warum also nicht. Obwohl ich zeitweise den Plan wieder verworfen habe, bin ich wieder darauf zurückgekommen, als Olli meinte:
„Lass uns doch zusammen auf Bali fliegen.“  Alles klar, also verbringen wir ein paar Tage auf Bali. Da er von einem anderen Flughafen aus starten wird, werde ich ihn in zwei Tagen wieder sehen. Während er einen Direktflug gebucht hat, muss ich leider einen Zwischenstopp in Melbourne einlegen. Die Sache mit dem Flug ist eine längere Geschichte. Jedenfalls fliege ich von Cairns über Melbourne nach Denpassar (Bali). Das ist in etwa so, als würde man von Berlin über München nach London fliegen, nur dass man die Flugzeiten verdreifachen muss. Höhepunkt ist der 17-stündige Aufenthalt im Melbourner Flughafen. Da es sich nicht lohnt für eine Nacht in die Stadt zu fahren, ein Hostel zu buchen und früh morgens wieder zurück zum Flughafen zu gurken, bleibe ich wohl oder übel im Flughafengebäude sitzen. Wie Tom Hanks bin ich gestrandet im Terminal und verbringe die Zeit hauptsächlich am Laptop. Da ich viel zu paranoid bin mein Gepäck unbeaufsichtigt stehen zu lassen und zu schlafen, bleibe ich die ganze Nacht wach. Komplett übermüdet gehe ich morgens endlich zum Gate und besteige den Flieger. Dann geht’s wieder weiter – ins nächste Land.

About author View all posts Author website

Author Image

Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.