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Bester Sonnenschein läutet den heutigen Tag ein, als wir an einem der vielen Verleihe drei Roller aussuchen. Zusammen mit Olli und Nikolas fahre ich heute zum „Monkeyforest“, dem bekannten Affenwald von Bali.
Es ist das erste Mal, dass ich eine längere Strecke mit einem Roller fahre. Und das ausgerechnet im chaotischen Verkehr Bali’s auf der „falschen“ Straßenseite. Zudem handelt es sich hier um 125ccm³-Maschinen, die wir eigentlich nicht fahren dürfen… also vorsichtig sein. Nach kurzer Eingewöhnung und einem Boxenstopp an einem Geschäft mit Sprit, geht es endlich los. Natürlich müssen wir direkt auf die Hauptstraße abbiegen, um Richtung Affenwald zu fahren. Es kostet doch ein Stück Überwindung, aber dann klappt es. Vorsichtig versuchen wir uns an den Verkehr zu gewöhnen. Rechts und links wird man überholt von anderen Rollern, Autos und LKWs, die gerne auch hupen, wenn sie zum Überholen ansetzten. Denn eines merkt man schnell: Die Leute schauen nur nach vorne. Deswegen, muss man hupen, wenn man jemanden überholen möchte. Die Leute biegen einfach ab, ohne Rücksicht zu nehmen. „Die Fahrer hinter einem werden schon Platz machen.“ Das mag bei deutschen Fahrern zu Zähneknirschen führen, bringt hier in Bali allerdings herzlich wenig. Man muss einfach mitmachen, dann funktioniert es.

Einmal möchte mich die Polizei rausziehen, doch ich mache das, was mir empfohlen wurde, und fahre weiter… und sie machen… gar nichts. Es ist nämlich so, dass es genug andere Touristen gibt, denen man das Geld aus der Tasche leiern kann. Denn genau darum geht es. Die Polizei ist so korrupt, dass sie bei weißen Touristen immer einen Grund findet, um eine „Strafe“ in Rechnung zu stellen. Fast immer landet das Bußgeld in der eigenen Tasche. Glaubt mir, sie finden einen Grund für ein Bußgeld. Und das muss ich mir nicht antun.
Ohne Navigation, dafür mit scheinbar hilfsbereiten Menschen, die uns letztendlich nur überreden wollen einen Kaffee in ihrem Restaurant zu trinken, schaffen wir es nach zwei Stunden Fahrt zum Affenwald. Etwa eine Stunde lang wandern wir durch einen Park, in dem man wirklich (mehr oder weniger) frei lebende Affen beobachten kann. Auch hier sollte man vorsichtig mit seinen Wertsachen umgehen.

Anschließend treten wir wieder die Heimreise an, allerdings fahren wir zunächst in einen etwas abgelegenen Teil, zu dem sich nur selten Touristen verirren. Schulkinder laufen umher, kleine Feuerstellen tauchen am Straßenrand auf und Touristenbusse werden gegen kleine mit Reis vollgeladene LKWs getauscht. Nicht selten wird eine Spur von Baumaterial oder Schutt versperrt. Wir kommen vorbei an kleinen Tempeln und Reisfeldern. Uns bietet sich ein Bild, das weniger vom Tourismus verzerrt wird, sondern eine gewisse Ursprünglichkeit zeigt.

Leider zwingt uns die untergehende Sonne nun endgültig zur Heimfahrt, denn niemand von uns möchte hier in der Dunkelheit fahren.
Leicht gestresst, aber glücklich kommen wir mit den letzten Sonnenstrahlen wieder zu Hause an. Der Affenwald war ganz nett, aber das Highlight war definitiv die Fahrt. Sie hat einem alles abverlangt, doch es hat auf jeden Fall eine ungeheure Menge Spaß gemacht. Ich bin froh, dass ich Olli zum Ausleihen der Roller überreden konnte.

Eigentlich möchten wir abends wieder in unsere geliebte Bar zurückkehren, um die Band nochmals zu hören, allerdings können wir das erst einmal nicht…

 


 

 

Die Geschichte mit der Mafia…

Am Vorabend saßen wir wie immer in der besagten Bar, als wir plötzlich von einem Freundesfreund an einen Tisch gebeten werden. Zusammen mit mehreren Männern trinken wir ein paar Runden und unterhalten uns. Ich weiß nicht genau wer hier wen warum kennt, aber es scheint entspannt zu sein. Lediglich die Tatsache, dass jeder Einheimische, der die Bar betritt zum Ältesten am Tisch kommt und ihm mit einer Verbeugung die Hand reicht, scheint ungewöhnlich. Neben ihm sitzt ein jüngerer Mann, der sehr wohlhabend zu sein und ebenfalls jeden zu kennen scheint. Nach einer gewissen Zeit lädt er unsere Gruppe von Backpackern für den nächsten Tag zu einer Party bei sich zu Hause ein, dabei legt er einen Blick auf, der einem einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Wir sagen erst einmal zu – wer sagt schon nein zu einer Party? Allerdings wird die Situation immer ungewöhnlicher. Erst gibt er ein Bier nach dem anderen aus, dann kauft er noch Zigaretten für Olli und John und immer wieder beteuert er, dass wir zu seiner Party kommen und seinen selbstgemachten Schnaps probieren sollen. Bis zum Abschied redet er die ganze Zeit auf John ein, auf jeden Fall morgen zu kommen…
Am nächsten Morgen erzählt uns John, dass der ältere Mann offensichtlich der Boss der balinesischen Mafia ist, die wir schon mehrfach auf der Insel gesehen haben. Er ist bereits das vierte Mal auf der Insel, daher glaube ich ihm diese Aussage. Warum er uns das erst jetzt mitteilt, frage ich mich aber schon. Der jüngere, offensichtlich reiche Mann schien uns auch ziemlich zwielichtig. Sein ständiges Drängen, dass wir auf jeden Fall kommen und seine übertrieben freundliche Art, waren schon etwas seltsam. Man wird immer davor gewarnt mit Einheimischen mit nach Hause zu gehen, zu oft sind Leute schon ausgeraubt worden. Auch Till hatte uns seiner Zeit in Australien davon erzählt, wie er mit Einheimischen selbstgebrannten Schnaps getrunken hat, der scheinbar nach Benzin schmeckte. Wollen wir uns das wirklich antun und riskieren ausgeraubt zu werden? Nein… Während des Tages erhält John immer wieder Anrufe von dem Jüngeren… Wir halten uns ab sofort von unserer eigentlich geliebten Bar fern. Das ganze mag ein wenig paranoid klingen, aber die Situation war wirklich nicht ganz koscher und es passiert immer mal wieder was.

 


Einmal in einer Villa

Wir verlassen unser geliebtes Big Pineapple Hostel und ziehen zusammen mit anderen Deutschen in eine Art Villa, um hier ein paar Nächte zu bleiben. Zu unserer Überraschung handelt es sich nicht um ein Privathaus, welches wir für die geplante Zeit mieten, sondern eher um eine Art Privathotel.

Die nächsten Tage lassen wir es uns gut gehen; Drei Mal am Tag gehen wir in verschiedene Restaurants, besuchen Massagesalons oder entspannen am Pool – so lässt es sich aushalten. Uns wird schnell klar, dass das wenig mit Backpacking zu tun hat, sondern eher mit einem Urlaub, aber nach vier Wochen Leben im Auto mit Campingkocher sehnt man sich nach genau so einem Urlaub. Einen Abend verbringe ich mit John und ein paar einheimischen Freunden in Kuta, der Partyhauptstadt des Landes. Zum Aufwärmen geht es an den Strand, wo ein umgebauter VW-Bus Cocktails verkauft. Im Schein der bunten Lichterketten wird hier schon getanzt und an Mojitos genippt.
Auf dem Weg zu einem Supermarkt werden John und ich wie so oft angesprochen:
„Taxi? Taxi?“
„No thanks.“
„Cocain? Cocain?“
„No?!“
Später befinden wir uns in einem der vielen Clubs, wo man zu pumpenden Bässen betrunkene Australier tanzen sehen kann. Das mag ein Klischee sein, aber hier wird es bestätigt.

Auch der nächste Tag verläuft erwartet entspannt. Wir halten uns wie gewohnt von der „Mafia-Bar“ fern und kommen mit unseren Mitbewohnern ins Gespräch. Später entwickelt sich daraus eine kleine Party, die wir eigentlich früh verlassen möchten, um am nächsten Morgen die Fähre nach Gili Air zu nehmen. Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Wir feiern zu lange, trinken zu viel, schlafen bis 12:00 Uhr mittags und verpassen unsere Fähre – klasse.
Am folgenden Tag nehmen wir dann die Fähre zu dem kleinen Paradies, die zu den Gili-Inseln gehört und unter Bali-Reisenden bekannt ist.

 


 

Gili Air

Nach drei Stunden Fahrt im nicht klimatisierten Bus kommen wir im Hafen an, wo unsere Fähre bereits wartet. Wir werden vorbeigeführt an Verkäufern, die uns wie immer ihre Waren anpreisen. Nach dem Ablegen dürfen wir aufs Oberdeck, wo man es dank einer Briese deutlich besser aushält, als im stickigen Bauch des Schiffes.

Wir erreichen die kleine Insel und sind begeistert…

Leicht genervt lehnen wir das Angebot der Kutschenfahrer ab, uns zum Hostel zu fahren. Ich hab ein wenig die Schnauze voll davon, dass man immer angesprochen wird, ob man ein Taxi, einen Roller oder eine Massage möchte. Ich möchte doch einfach nur meine Ruhe… Nach 30-minütigem Umherirren haben wir dann endlich unser Hostel gefunden. Schnell eingecheckt und ab zum Strand. Da wir es am Vortag nicht geschafft haben hier her zu kommen, können wir nur eine Nacht bleiben, um rechtzeitig unseren Flieger in zwei Tagen zu besteigen. Also schnell eine Schnorchelausrüstung ausleihen und ab ins Meer.

Später lernen wir noch ein niederländisches Paar kennen, mit denen wir für ein paar Stunden zusammensitzen und uns unterhalten. Wir entschließen uns dazu, uns im Oktober in Holland zu treffen, weil ich dann sowieso dort Urlaub machen werde.

Tags drauf sitzen wir schon morgens in einem Restaurant direkt am Meer, während wir auf unsere Fähre zurück warten. Was ich an den Gili-Inseln wirklich entspannend finde, ist, dass hier keine Autos fahren, weswegen man dem Geräuschpegel von Bali entkommen und entspannen kann.

Nach der etwas auslaugenden Fahrt zurück nach Sanur checken wir wieder im Big Pineapple Hostel ein und besuchen abends ein letztes Mal die „Mafia-Bar“ und lauschen sechs Stunden lang unserer Lieblingsliveband, die hier jeden Abend von 20:00 Uhr bis 02:00 Uhr spielt. Und das war es dann auch schon, das war Bali. Ich kann nicht glauben, dass es jetzt schon wieder weiter geht ins nächste Land.

 


 

Eine Zusammenfassung

Also wie war es nun? Das erste asiatische Land, das ich besucht habe. Zunächst einmal, habe ich nur Bali (und Gili Air) besucht, das heißt nicht, dass ich deswegen Indonesien bewerten kann. Genauso wie Auckland nicht Neuseeland, Sydney nicht Australien oder Berlin nicht Deutschland ist, ist auch Bali nicht Indonesien. Aber Bali kann ich nun beschreiben. Wie ich bereits beim letzten Mal gesagt habe, ist es ziemlich laut, dreckig und heiß, aber trotzdem mag ich Bali. Viele Leute versuchen einem zu einem Geschäft zu überreden und können einem auf Dauer nerven. Vor allem, wenn man zum dritten Mal am gleichen Tag am selben Geschäft vorbei läuft und man trotzdem nochmal gefragt wird, ob man jetzt einen Roller braucht. Aber wir haben auch eine große Gastfreundschaft erlebt und wurden mit offenen Armen empfangen. Die Menschen sind sehr freundlich und man fühlt sich wohl. Das Verkehrschaos wirkte auf uns schon fast anziehend und ich bin froh, dass wir uns hinein gestürzt haben, in das pulsierende, aufregende Bali. Beim nächsten Mal werde ich aber mehr Zeit auf den Gili-Inseln verbringen, da sie etwas ungemein Entspanntes mit sich bringen.

Nächster Stopp: Ho Chi Minh Stadt, Vietnam!

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.