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Heute verlassen wir Ho Chi Minh Stadt und brechen auf Richtung Norden nach Dalat. Die Bergstadt liegt etwa 320km weit entfernt und bietet Wasserfälle und angenehme Temperaturen.

Auf dem Weg zur Busstation beginnen wir wieder zu schwitzen. Selbst morgens ist es hier schon unwahrscheinlich heiß. Da es uns nicht gelungen ist, haben wir kein Ticket im Voraus gebucht. Wir gehen also einfach mal zur Busstation und schauen, wann wir nach Dalat kommen. Überraschend unkompliziert wird uns ein Ticket für 8€ pro Person verkauft und 10 Minuten später sitzen wir bereits im Bus. Aber eigentlich sitzen wir nicht, da auf längeren Strecken ein Bus mit Betten benutzt wird, ein so genannter „Sleeper Bus“. Diese stellen sich als überraschend bequem heraus, obwohl sie eindeutig auf die etwas zierlicheren Asiaten ausgelegt sind. Mit meinen langen Beinen habe ich Glück, einen Platz am Gang erwischt zu haben.

Für die etwa 320km lange Strecke benötigen wir acht Stunden… Obwohl die Busse dementsprechend langsam fahren, hat man das Gefühl, sie würden rasen. Es wird auch wieder an allen unmöglichen Stellen überholt und man fragt sich:
„Sind die wahnsinnig? Da passiert doch jeden Augenblick ein Unfall?!“
Nachdem ich mir den Fahrstil unseres Fahrers für 10 Minuten angeschaut habe, entscheide ich mich dazu, es ist besser zu schlafen und nicht mehr auf den Verkehr zu achten.
In Dalat angekommen fallen uns sofort die angenehmen Temperaturen von rund 22°C auf, die nach etwa 33°C in Ho Chi Minh Stadt eine Wohltat sind, zumal es hier nicht schwül ist. Nachdem wir wie üblich ein paar Taxifahrer abgewimmelt haben, checken wir im Hotel ein und gehen Essen.


Tags drauf fahren wir zu verschiedenen Wasserfällen und einem See, um die Umgebung zu erkunden und uns ein Bild von der Landschaft zu machen.

Sehr zugesagt hat uns die Sommerrodelbahn, welche man benutzen konnte, um in ein Tal zu gelangen, wo sich ein weiterer Wasserfall befand – ein großer Spaß! Der größte Spaß war aber, die Fahrt nach oben, die einem den Aufstieg zu Fuß abnahm. 😉

Nach kurzem Stopp an einem See, fahren wir weiter zu den Elefantenwasserfällen.

Dalat hat uns auf jeden Fall richtig gut gefallen. Die schönen Landschaften in Kombination mit den angenehmen Temperaturen muss man einfach mögen. „Leider“ fahren wir jetzt wieder an die Küste.


Nha Trang

Von dieser Stadt hatte ich bis dahin noch nie gehört, vor allem, dass es eine solche Touristenhochburg für Russen ist. Wenn Avalon in Australien eine deutsche Kolonie ist, dann ist Nha Trang eine russische in Vietnam! Hier werden wir teilweise auf Russisch angesprochen oder es werden uns Flyer in russischer Sprache in die Hand gedrückt. So muss man sich als Nichtdeutscher auf dem Ballermann fühlen…

Hier bekommen wir auch die Möglichkeit wieder Schnorcheln zu gehen. Nachdem wir vom Taxi zum Hafen gebracht worden sind, steigen wir in ein kleines Schnellboot, mit dem wir zu einem schwimmenden Restaurant fahren.

Hier warten wir auf unsere Begleiter, die wenig später eintreffen. Zwei Mal können wir für 40 und 120 Minuten an unterschiedlichen Stellen ins Wasser, was mehr ist, als wir erwartet haben.

Danach fahren wir wieder zu dem schwimmenden Restaurant für unser Mittagessen. Und das kann man wirklich nicht mit dem im Mekong Delta vergleichen – wir sind begeistert! Das Highlight des Tages ist aber die Liveband. Nach dem Essen laufen Olli und ich auf der Plattform umher, bis er ein Schlagzeug auf einem Beiboot entdeckt. Nach kurzer Rücksprache mit dem Besitzer darf er kurz spielen. Schnell kommen andere Vietnamesen dazu, um mit mitzuspielen. Während Olli das Schlagzeug wieder verlässt, nimmt ein energiegeladener Mann das Mikrofon in die Hand und beginnt die Gäste herbeizurufen. In kurzer Zeit ist das Beiboot voll und der Sänger erkundigt sich nach den Nationalitäten der Interessierten. Nachdem die Band zwei-drei Songs gespielt hat, bitten sie eine Engländerin auf die Bühne. Es kostet zwar viel Überzeugungsarbeit, doch sie lässt sich dazu breitschlagen „Wonderwall“ von Oasis zu singen. Die Band spielt mit, allerdings eine völlig andere Melodie. Plötzlich ahne ich Übles…

„Haben wir auch deutsche Gäste hier?“, fragt der kleine Vietnamese.
Zögerlich heben Olli und ich unsere Hände.
„Dann kommt doch bitte auf die Bühne!“
Während Gitarrist und Sänger mich auf die Bühne zerren wollen, ergebe ich mich meinem Schicksal. Mir wird in Mikrofon in die Hand gedrückt – die Asiaten applaudieren. Dann beginnt die Band den wohl deutschesten Song aller Zeiten zu spielen: „Mamorstein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher. Voller Inbrunst beginnt der Frontmann zu singen, während mich alle erwartungsvoll anschauen. Hartnäckig versuche ich mich an den Text der Strophen zu erinnern (der Refrain ist ja bekannt) und irgendwie hangel ich mich dadurch, während ich zusammen mit dem Sänger auf der Bühne tanze. Olli bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wenigstens versteht hier kein anderer Deutsch, also muss ich mir keine Sorgen machen, wenn ich eine Zeile mal falsch singe. Die anderen drei Bandmitglieder spielen fröhlich mit, allerdings jeder in einem anderen Tempo… Es ist einer jener unwirklichen Momente meines Jahres auf Reisen, bei denen ich mir denke: „Passiert das gerade wirklich, das kann doch nicht sein?“ Die Band gehört zu der Kategorie „So schlecht, dass es schon wieder lustig ist“, aber es macht halt irgendwie Spaß. Was den Musikern an Können fehlt, machen sie an Lautstärke und Freude wieder wett. Nach meinem etwas peinlichen Auftritt, verlasse ich die Bühne, während eine junge Chinesin bereits aufs Korn genommen wird. Es war der krönende Abschluss unseres Ausflugs heute, den wir wirklich genossen haben!


Von einem älteren Herren, der immer in der Hotellobby sitzt, erfahren wir von King Pro, einem Fahrer der Easy Rider, von denen wir schon in Ho Chi Minh und Dalat gehört haben. Sie bieten Motorradtouren durch ganz Vietnam an. Klingt doch verlockend, das sollte man sich mal überlegen…

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Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.