Blogventure – We blog our adventure

Als ich aufwache ist es bereits wieder warm. Eine kurze Dusche gibt einem eine letzte Abkühlung, bevor man den Tag wieder in der Sonne verbringt. Ich laufe ein wenig die Straße entlang und begutachte die Gegend. Als wir gestern angekommen sind, war es bereits dunkel, daher bin ich ein Stück weit von der Aussicht überrascht.

Die Bauern sind wahrscheinlich schon seit Stunden auf ihren Felder, um die kühlere Zeit des Tages zu nutzen. Wenn ich nur an körperliche Arbeit bei diesen Temperaturen denke, beginne ich zu schwitzen. Ich gehe weiter umher und entdecke einen Unterstand mit zwei Elefanten. Sie werden als Reittiere für Touristen genutzt und leider oft auch missbraucht. Alle Elefanten, die ich persönlich aus nächster Nähe in Vietnam und Thailand sehen konnte, hatten ausgerissene und löchrige Ohren sowie Narben hinter den Vorderbeinen und Ohren. „Trainiert“ werden sie mit folgendem Werkzeug…

Und wenn sie nicht hören wollen, wird der Haken in die Seite des Tieres gehauen…

Daher bitte ich Euch, reitet keine Elefanten im Urlaub. Euer Gewicht werden sie wohl aushalten, das Problem ist eher der Umgang mit den Tieren.


 

Endlose Reisfelder

Wir verlassen den Lak Lake und fahren weiter Richtung Norden. Was folgt, ist einer der schönsten Fahrten meines Lebens. Wir passieren mehrere Seen, schlängeln unseren Weg durch kleine Dörfer und fahren entlang endloser Reisfelder mit den Bergen im Hintergrund. Ja, wir sind im Hochland angekommen.

Wir biegen von der scheinbar endlosen Straße ab und halten an einem Backsteingebäude an. „Hier werden Ziegelsteine für den Häuserbau hergestellt“, erklärt uns King Pro. Was bei uns wohl ausschließlich von Maschinen erledigt wird, ist hier noch größtenteils Handarbeit. Wir stellen uns neben einen Pulk von Vietnamesen und schauen ihnen zu. Als ich erfahre, dass die Arbeiter umgerechnet etwa 1$ pro Stunde bekommen, wird mir anders. Diesen Knochenjob, bei 30°C und für nicht mal 1$ pro Stunde? Natürlich kosten Dinge weniger in Vietnam als in Deutschland, aber bei dem Verdienst kommt man nicht weit. Ich lasse meine Kamera erstmal in der Tasche und fotografiere wenn nur aus der Ferne. Ich würde mir sonst wie ein Gaffer, ein respektloser Tourie vorkommen, dem alles egal ist, Hauptsache er hat einen guten Schnappschuss.

Die Situation bringt mich etwas ins Grübeln. Die Menschen hier sind keineswegs reich, doch sie haben eine Offenheit und Freundlichkeit, die einem das Herz aufgehen lässt. Man muss einfach zurücklächeln, wenn man dieses Volk kennenlernt.

Wir rasten an einer Tankstelle und füllen unsere Zweiräder auf. Kinder laufen umher – sie sind wahrscheinlich die Kinder des Betreibers. Sie entdecken das Motorrad von King Pro und danach uns Langnasen. Sie lachen uns an und wir lächeln zurück. Wir teilen zwar keine Sprache, doch die Körpersprache ist international – ein Lächeln versteht man überall.

Ich mag dieses Bild besonders, denn es zeigt das offene Interesse an fremden Menschen, welches Vietnamesen einem entgegen bringen. Sie haben eine entwaffnende Freundlichkeit an sich, die ich so noch nicht kennen gelernt habe.

Wir fahren weiter im Schein der asiatischen Sonne, besuchen einen Steinmetz und halten zum Mittagessen an einem der vielen Restaurants am Straßenrand an. Eigentlich ist es so, dass das Restaurant nur ein Raum im normalen Wohngebäude der Familie ist. Daher passiert es, dass ich auf dem Weg zur Toilette einmal quer durch die Wohnung gehen muss, zwei andere Familienmitglieder treffe und dann im Hinterhof neben dem Hühnerstall mich meiner Notdurft entledigen darf – mit manueller Wasserspülung natürlich. Währenddessen versucht Olli sich mit dem Besitzer zu unterhalten. Dieser spricht kein Englisch oder Deutsch, trotzdem weiß man, worum es geht. „Schweinsteiger, Beckenbauer, Bayern, guuut“, signalisiert er mit einem Daumen nach oben und einem Lächeln im Gesicht. Es ist einer der bizarren, witzigen Momente, die ich auf meinen Reisen nicht vergessen werde.
Es geht weiter über Felder und Plantagen und ich habe das Gefühl mich im positiven Sinne komplett verloren zu haben in diesem schönen Land. Während der ganzen Fahrt treffen wir freundliche Menschen, eine wunderschöne Natur und allerhand Bizarres, was ich noch nie gesehen habe.


 

 

Dray Nur & Dray Sap

Wir halten erneut an und King Pro kündigt einen „Wattafall“ an. Ich erhasche einen ersten Blick und grinse Olli an.

Wir steigen die rutschigen Treppen hinab und können nun den besseren Blick genießen.

DCIM100GOPROGOPR5720.

Ich öffne meine Schnürsenkel, schlüpfe aus den Stiefeln und klettere barfuß weiter. Wir passieren eine kleine Holzbrücke und freuen uns wie die kleinen Kinder, als wir bemerken, dass wir jetzt hinter dem Wasserfall stehen. Während ein paar Asiaten nur Fotos schießen, schmeißen Olli und ich unsere Klamotten in die Ecke und laufen unter den Wasserfall.

Das kühlende Nass prasselt überraschend hart auf unsere Köpfe und man muss aufpassen, dass man noch Luft bekommt, trotzdem ist es pure Freude, die wir erleben. Wir springen in den kleinen See, der direkt neben dem Wasserfall liegt und möchten eigentlich gar nicht mehr weg. Hier lässt es sich gut aushalten!

Abends betreten wir überglücklich unser Hotelzimmer. Wir sprechen noch eine ganze Weile über den heutigen Tag, bevor ich glücklich und zufrieden einschlafe…

About author View all posts Author website

Author Image

Alexander Hirzmann

This year Alex will take the opportunity to visit New Zealand for about one year. With this, his lifetime dream comes true.